Zwei Oscars, Tarantino, James Bond – und davor ein legendärer Auftritt im ORF-Kinderfernsehen: Christoph Waltz feiert heute seinen 70. Geburtstag. Der gebürtige Wiener legte eine ungewöhnliche Karriere hin, deren ganz großer Durchbruch erst jenseits der 50 kam.
Waltz wurde am 4. Oktober 1956 in Wien in eine Theaterfamilie geboren. Nach seiner Schauspielausbildung stand er zunächst auf europäischen Bühnen und vor Fernsehkameras. Kultstatus hat heute sein früher Auftritt in der ORF-Sendung "Am dam des" – im Regenbogen-Strickstrampler. Später folgten Rollen in "Derrick", "Der Alte" und "Kommissar Rex".
2009 änderte sich alles: Quentin Tarantino besetzte Waltz als charmant-diabolischen SS-Offizier Hans Landa in "Inglourious Basterds". Die Rolle machte ihn mit Anfang 50 zum internationalen Star und brachte ihm seinen ersten Oscar.
Drei Jahre später folgte als Kopfgeldjäger Dr. King Schultz in "Django Unchained" Oscar Nummer zwei. Von da an war Waltz in Hollywood gesetzt – besonders als kultivierter Bösewicht mit freundlichem Lächeln und ziemlich finsteren Absichten.
Es folgten Filme wie "Big Eyes", "The Green Hornet" und "Tarzan". 2015 stieg Waltz schließlich in die Königsklasse der Filmschurken auf: In "Spectre" spielte er Bond-Gegenspieler Blofeld, eine Rolle, die er in "No Time To Die" erneut übernahm.
Waltz arbeitet zudem als Regisseur. Neben seinem Film "The Worst Marriage in Georgetown" inszenierte er mehrere Opern, darunter "Der Rosenkavalier", "Falstaff" und 2020 "Fidelio" am Theater an der Wien.
Heute lebt der vierfache Vater überwiegend in Los Angeles und besitzt die österreichische, deutsche und US-amerikanische Staatsbürgerschaft.
Vom Regenbogen-Strickstrampler zum zweifachen Oscarpreisträger: Mit 70 kann Christoph Waltz auf eine Karriere zurückblicken, die wohl selbst Hollywood nur schwer hätte schreiben können.