Sie ist die Meisterin der großen Gefühle, ihr fünftes Album "Revolution der Liebeslieder" geht deshalb auch wieder unter die Haut. Gerade ist ihre Single "Schwimmflügerl" erschienen, darin widmet sich Ina Regen der Beziehung zu ihrer Mama.
"Man versucht sich das eigene Kindsein zu bewahren und voller Wunder aufs Leben zu schauen. Man ist aber auch bestrebt, ein guter Erwachsener zu sein und Verantwortung für sich zu tragen. Trotzdem gibt es Situationen, da ist das Leben einfach zu groß oder wirkt gefährlich und unsicher", erklärt die 42-Jährige im "Heute"-Gespräch.
"Dann gibt es einen inneren Magnetismus, der sagt, jetzt will ich zur Mama. Es gibt keinen sichereren Menschen und Ort auf der Welt. Ich bin über 40, es ist immer noch so und bleibt möglicherweise ein Leben lang so. Das berührt mich."
Zehn Jahre nach ihrem Durchbruch mit dem Song "Wie a Kind", hat die Sängerin "ein gewisses Plateau erreicht, mit dem es mir gutgeht." Ina Regen, die eigentlich Regina Mallinger heißt, weiß: "Ich gehöre nicht mehr zu den Newcomerinnen. Ich stehe jetzt mit etablierten Kolleginnen auf der Bühne, die sagen, du warst ein Vorbild für mich oder dein Schaffen hat mich auf eine Art geprägt. An diese Rolle muss ich mich erst gewöhnen."
Die 42-Jährige befindet sich gerade in einer Umbruchsphase: "Ich entdecke mich immer noch mehr, in einer tieferen Schicht. Ich bin auch weniger bereit, Energie in Dinge zu investieren, wo mein Bauchgefühl sagt, da stimmt was nicht oder das gefällt mir nicht." Sie spürt – "diese Scheißdraufigkeit lebt in mir."
In den letzten Jahren hat Regen auf die harte Tour lernen müssen, sich vor allem auf sich selbst zu verlassen. Eine lange, musikalische Verbindung ging zu Bruch und auch finanziell kam sie an ihre Grenzen. "Eine emotionale Erschütterung und ein Urvertrauensverlust."
Die 42-Jährige hat in der Folge ihr eigenes Label gegründet und setzt noch stärker auf handgemachten Sound, statt auf KI. Das aktuelle Album sollte "menscheln." Regen setzte bewusste auf echte Instrumente und Wohnzimmer-Atmosphäre. "Man soll spüren, das ist mit Herz gemacht." Ihre neuen Lieder haben Regen aus einer "schwierigen Tiefphase" geholfen. "Sich da durchzufühlen, hat auch etwas Schönes."