Wollten seinen Sohn schnappen

Cobra verhaftete Herzkranken – er war der falsche

Bei einem Cobra-Einsatz in Tirol wurde der herzkranke Vater eines Verdächtigen schwer verletzt. Jetzt laufen Ermittlungen gegen die Beamten.
21.10.2026, 16:15
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Ein Einsatz der Cobra in Völs (Bezirk Innsbruck-Land) hat ein Nachspiel: Im August überwältigten die Beamten bei einer Festnahme zunächst den falschen Mann. Statt des 36-jährigen Verdächtigen geriet dessen 54-jähriger Vater ins Visier der Sondereinheit. Dabei erlitt der herzkranke Mann wohl mehrere Verletzungen.

Vater erlitt Rippenbrüche und Prellungen

Die Ermittlungen gegen den Sohn wegen gefährlicher Drohung und Nötigung wurden mittlerweile eingestellt. Nun steht der Polizeieinsatz selbst im Fokus der Ermittler. Es geht um den Verdacht der Körperverletzung unter Ausnützung der Amtsstellung.

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Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtete, zog sich der 54-Jährige bei der Festnahme Rippenbrüche, Prellungen und eine Meniskusverletzung zu. Wegen der Verletzungen musste er demnach seine Herzoperation verschieben.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch, dass Ermittlungen gegen die Cobra-Beamten laufen. Details zum Verfahren könne man noch nicht nennen, da der Abschlussbericht noch nicht vorliege.

Ehestreit löste Cobra-Einsatz aus

Auslöser des Einsatzes war ein Streit zwischen dem 36-Jährigen und seiner Ehefrau. Die Frau verließ mit den drei Kindern die Wohnung. Der Mann folgte ihr bis zum Bahnhof, nahm den siebenjährigen Sohn zu sich und fuhr anschließend mit ihm mit dem Auto zum Einkaufszentrum DEZ in Innsbruck.

Laut Polizei lief der Bub freiwillig zu seinem Vater, die Mutter habe das zugelassen. Währenddessen suchte die Frau ein Frauenhaus auf und erstattete Anzeige. Daraufhin kam es zum Polizeieinsatz.

Die Beamten gingen davon aus, dass der 36-Jährige möglicherweise bewaffnet sei und seinen Sohn als Geisel genommen habe. Zudem stand der Verdacht im Raum, dass er gedroht hatte, seine Schwiegereltern zu erschießen.

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Verdacht gegen Sohn nicht erhärtet

Nach der Verwechslung mit seinem Vater wurde der 36-Jährige telefonisch kontaktiert. Er ließ sich anschließend widerstandslos festnehmen und wurde kurz darauf wieder enthaftet.

Der Mann ist Sportschütze und besitzt legal Schusswaffen. Diese waren laut den vorliegenden Informationen ordnungsgemäß in seiner Wohnung verwahrt. Eine Waffe hatte er beim Einsatz nicht bei sich. Die Ermittlungen gegen den 36-Jährigen wegen gefährlicher Drohung und Nötigung wurden eingestellt. Auch der Verdacht des Kindesentzugs und der Morddrohung bestätigte sich nicht.

red, 21.10.2026, 16:15
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