Corona-Lage spitzt sich zu – OÖ fordert Bundesheer an

Schon im November mussten Tirol und Oberösterreich von Soldaten unterstützt werden.
Schon im November mussten Tirol und Oberösterreich von Soldaten unterstützt werden.BUNDESHEER / APA / picturedesk.com
Sechs der Top Zehn Corona-Bezirke liegen in Oberösterreich. Zur Unterstützung müssen deswegen Soldaten des Bundesheeres angefordert werden.

Die Corona-Lage spitzt sich weiter zu. Im Monat der Landtagswahl muss sich ausgerechnet Oberösterreich in der Rolle als Sorgenkind wiederfinden. Wegen der geringen Impfquote und dementsprechend hohen Infektionszahlen droht die Lage in einzelnen Regionen völlig außer Kontrolle zu geraten. Und die Zahlen dürften noch weiter steigen.

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An der Spitze steht der Bezirk Braunau am Inn. Während die Inzidenz bundesweit im Schnitt 158 beträgt, lieg sie hier bei 301. Getoppt wird das aktuell nur von der Stadt Krems, wo die Inzidenz nach dem Wachauer Volksfest nun die 400er-Marke durchbrochen hat. Die restliche Rangliste steht allerdings ganz im Zeichen Oberösterreichs: Sechs der Top Zehn liegen hier.

80 Soldaten

"Wegen der steigenden Zahl an Corona-Infizierten hat das Land Oberösterreich beim Bundesheer Unterstützung für das Contact Tracing angefordert", so Oberst Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums. "Seit Montag sind daher in Oberösterreich wieder 80 Soldaten im Einsatz."

Mit einer Inzidenz von 265 ist der zweitgrößte Problembezirk Oberösterreichs Ried im Innkreis. Pikant: Erst Samstagvormittag fand dort im Rahmen des Rieder Volksfests eine große Wahlkampfveranstaltung der ÖVP mit Landeshauptmann Thomas Stelzer statt – in einem voll besetzten Bierzelt. 3G waren dabei jedoch Voraussetzung.

Ähnlich hoch ist die Inzidenz in Wels (259), Linz (246), Wels-Land (244) und Linz-Land (234). Ein Grund dafür dürfte die geringere Impfrate der Bevölkerung sein. Sind in Österreich durchschnittlich 59 Prozent vollimmunisiert (im Burgenland sogar 70 Prozent), sind es in Braunau etwa 52, in Wels sogar nur 50 Prozent.

28 von 30 Intensivpatienten nicht voll geimpft

Nur haarscharf entgeht man somit den Ausreisebeschränkungen, die verhängt werden müssen, wenn die Impfquote in einem Bezirk unter 50 Prozent und die Inzidenz sieben Tage lang über 300 beträgt. Auch am Grenzwert von 34 belegten Intensivbetten in Oberösterreich ist man mit 30 aktuell hart an der Grenze.

Die Leiterin des Krisenstabes des Landes, Carmen Breitwieser appellierte: "Nichts hilft gegen die Pandemie so wirksam wie eine Impfung." Das zeigt sich darin, dass von den 30 Intensivpatienten 28 nicht voll geimpft sind. Für Braunau wurde deswegen ein Impfbus angefordert.

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