Die Gesundheitskasse ließ vor wenigen Tagen mit ihrer aktuellen Statistik aufhorchen: 262.658 Menschen befanden sich zuletzt wegen eines grippalen Infekts, Influenza oder Covid im Krankenstand.
In Oberösterreich zählte man 48.171 Betroffene. Das Bundesland war damit hinter Wien (67.395) zweiter trauriger Spitzenreiter. Kassen-Chefarzt Andreas Krauter empfiehlt einmal mehr die Impfung als "effektivste Maßnahme zum Schutz vor einer Grippe-Infektion".
Warum gibt es aktuell so viele Erkrankte? Allgemeinmedizinerin Angelika Reitböck klärt im ORF auf: "In der Corona-Zeit hatten wir deutlich weniger Sozialkontakte. Die Hände wurden viel desinfiziert, Masken wurden getragen, und wir haben unser Immunsystem in einen Dornröschenschlaf gelegt."
Die Folge: Viele Menschen hätten dadurch weniger Kontakt mit üblichen Krankheitserregern gehabt. Deshalb müsse nun das Immunsystem erst wieder trainiert werden. Der kalte Winter verschärfe die Situation zusätzlich, die niedrigen Temperaturen würden die Ausbreitung von Viren begünstigen.
"Ich denke, wir haben alle aus der Corona-Pandemie auch gelernt", sagt Helmut Salzer, Leiter der Infektiologie am Linzer Kepler Klinikum. Er merke das im Krankenhausalltag – etwa bei der Händedesinfektion oder beim Tragen einer Maske. Das sei sehr viel selbstverständlicher geworden.
Covid habe aber natürlich auch Spuren hinterlassen, so Salzer: "Wir haben es immer wieder mit Impfgegnern zu tun. Wir haben politische Parteien, die gegen Impfungen auftreten." Es sei nicht leichter geworden, Menschen dazu zu motivieren, sich immunisieren zu lassen. "Denn eines ist klar: Die Impfung schützt."