Neun Bundesländer, neun verschiedene Regeln - für NEOS und Grüne ist das in der Elementarpädagogik ein echter Systemfehler. Denn aktuell hängen Gruppengröße, Betreuungsschlüssel und Qualifikation des Personals davon ab, wo ein Kind aufwächst. Für die beiden Parteien ist klar: Frühe Bildung darf nicht von der Postleitzahl abhängen.
Mit einem gemeinsamen Initiativantrag fordern sie die Oö. Landesregierung auf, sich bei der Bundesregierung für bundesweit einheitliche und verbindliche Mindeststandards in Kindergärten starkzumachen. Ziel ist eine klare Untergrenze bei zentralen Qualitätsfaktoren wie Betreuungsschlüssel, Gruppengröße und Ausbildung.
"Es kann nicht sein, dass die Qualität im Kindergarten von der Postleitzahl abhängt. Neun Bundesländer, neun Regelwerke - das ist ein Systemfehler, nicht föderale Vielfalt", sagt NEOS-Bildungssprecherin Julia Bammer. Es sei absurd, dass eine Elementarpädagogin aus Wien nicht automatisch auch in Oberösterreich arbeiten könne.
Auch Grünen-Bildungssprecher Reinhard Ammer spricht von einem "ordentlichen Mischmasch". Das Durcheinander bei Betreuungsschlüssel, Gruppengrößen und Qualifikation ergebe keinen Sinn. Bundesweit verbindliche Mindeststandards würden für Ordnung, Vergleichbarkeit und mehr Chancengleichheit sorgen.
Wichtig ist beiden Parteien: Es gehe nicht um einen Einheitsbrei. Länder, die mehr investieren wollen, sollen das weiterhin tun können. Die Mindeststandards sollen eine gemeinsame Basis schaffen - gerade auch mit Blick auf den Personalmangel in der Elementarpädagogik. Klare, österreichweit vergleichbare Qualifikationen würden den Einsatz von Fachkräften erleichtern.