Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs im Attersee haben Einsatzkräfte das Wrack in rund 163 Metern Tiefe genauer untersucht. Dabei zeigte sich: Die Maschine ist schwer beschädigt. Mehrere Teile sind abgeknickt oder abgebrochen, so der ORF.
Das Wrack liegt rund 300 Meter vom Ufer entfernt an einem der tiefsten Punkte des Attersees. Die Bergung gestaltet sich dadurch technisch äußerst schwierig und dürfte frühestens am Samstag stattfinden.
Für den Flug angemeldet waren laut bisherigen Informationen eine 19-jährige Flugschülerin und ein 24-jähriger Fluglehrer aus Deutschland, berichtet der ORF. Der Fluglehrer hatte einen Zweitwohnsitz in St. Gilgen (Flachgau). Die Polizei bestätigte am Donnerstag erstmals offiziell den Absturz des Leichtflugzeugs und den Fund der beiden Toten im Wrack.
Bei der Untersuchung wurden deutliche Schäden an der Maschine entdeckt. "Man hat gesehen, dass einige Teile abgeknickt oder abgebrochen sind. Rund um das Wrack haben wir auch Teile gefunden", sagte Thomas Manahl, Einsatzleiter des Tauchdienstes, im Gespräch mit dem ORF Oberösterreich.
Besonders schwer betroffen sind demnach Heck und Tragfläche. "Das Heck ist abgeknickt und zumindest eine Tragfläche ist abgeknickt."
Die Schäden machen die geplante Bergung noch komplizierter. Das Flugzeug liegt direkt am Seegrund. Deshalb kann nicht einfach ein Gurt unter dem Wrack durchgezogen werden.
"Wir brauchen an der Oberfläche irgendwo Punkte, wo wir anhängen können. Das ist bei so einem Leichtflieger sehr schwierig."
Auch die Arbeit mit dem Tauchroboter ist alles andere als einfach. Sedimente und Schwebstoffe beeinträchtigen die Sicht in der Tiefe massiv. Teilweise müsse deshalb "im Blindflug" gearbeitet werden, erklärte Manahl, "man muss sich das vorstellen wie früher eine schlechte Fernsehübertragung mit Schneetreiben im Bild."
Für die Bergung soll der Tauchroboter zunächst Seile am Wrack befestigen. Anschließend soll die Maschine mit einer Seilwinde angehoben werden. In etwa zehn Metern Tiefe sollen zusätzlich Hebeballons angebracht werden, um das Flugzeug aus dem Wasser zu heben.
Wo die Seile an der schwer beschädigten Maschine befestigt werden können, muss noch gemeinsam mit einem Flugsachverständigen entschieden werden. "Die große Herausforderung ist jetzt: Wie hängen wir es an, wo hängen wir es an."
Derzeit sind rund ein Dutzend Einsatzkräfte mit den Vorbereitungen beschäftigt. Bei der eigentlichen Bergung könnten laut Manahl bis zu 25 Personen im Einsatz stehen, darunter auch Taucher.
Ob die Arbeiten wie geplant durchgeführt werden können, hängt allerdings vom Wetter ab. Frühestens am Samstag soll die Bergung stattfinden. Für Donnerstag waren die Vorbereitungen zu kurzfristig, am Freitag wird instabiles Wetter erwartet.
Wind und Wellengang könnten einen Einsatz unmöglich machen. "Da können wir dann nicht mehr arbeiten, weil wir zu viel vertrieben werden", sagte Manahl.
Das zweisitzige Flugzeug des Typs P2002JF war am Mittwochvormittag aus bisher ungeklärter Ursache abgestürzt und sofort im Attersee versunken.
Die Maschine war laut bisherigen Informationen in Salzburg gestartet. Daten von Flightradar24 zufolge brach der Kontakt kurz nach 11.23 Uhr ab.