Täglich rollen bis zu 22.000 Fahrzeuge über die alte Verbindung zwischen Ober- und Niederösterreich. Die neue Brücke soll Pendler und Betriebe entlasten, lässt aber weiter auf sich warten. Bitter: Im Sommer 2028 muss das bestehende Tragwerk für den Austausch des Tragwerks drei Monate komplett gesperrt werden. Die neue Querung steht dann noch nicht zur Verfügung.
SPOÖ-Chef Martin Winkler gibt Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und FP-Verkehrslandesrat Günther Steinkellner die Schuld an der langen Wartezeit. Bereits 2010 sei das Projekt versprochen worden. "Wer nach mehr als 15 Jahren noch immer keinen Baustart zustande gebracht hat, sollte die Verantwortung als ÖVP-Chef nicht bei anderen suchen", wettert Winkler.
Auch frühere Zeitpläne seien gescheitert: 2018 war laut Winkler angekündigt worden, die Unterlagen 2020 oder 2021 einzureichen, 2024 mit dem Bau zu beginnen und die Flussquerung 2027 zu eröffnen. Tatsächlich erfolgte die Einreichung erst im Juli 2022. "Diese Verzögerung hat kein Gericht und keine Bürgerinitiative verursacht", so Winkler.
Ganz so einfach ist die Geschichte allerdings nicht: Gegen die Umweltgenehmigungen waren mehrere Beschwerden eingebracht worden. Laut Bundesverwaltungsgericht waren die Auswirkungen auf geschützte Tiere und Pflanzen nicht ausreichend nach aktuellem Stand beurteilt worden. Daher wurden Gutachten aus neun Fachbereichen eingeholt und das Projekt umfassend geändert.
Erst im Jänner gab das Gericht unter zusätzlichen Auflagen grünes Licht. Die Länder treiben mittlerweile die Vorbereitungen voran. Ausschreibungen, Grundeinlöseverhandlungen und die Umsetzung der Auflagen laufen. Der Baustart ist für Herbst 2028 vorgesehen.
Auch bei den Kosten schlägt Winkler Alarm: 2015 seien noch 60 Millionen Euro veranschlagt worden, mittlerweile liege die Schätzung bei rund 230 Millionen. "170 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant", rechnet er vor. Die Menschen bräuchten jetzt "ein belastbares Verkehrskonzept und einen verbindlichen Bauzeitplan".