Für Petra und Gerhard P. bricht eine Welt zusammen. Seit zwölf Jahren lebt das Paar mit seinen drei Kindern (vier bis acht Jahre alt) in einem gemieteten Haus im Bezirk Ried im Innkreis (OÖ). Plötzlich wurde ihr Mietverhältnis gekündigt: "Wir müssen in wenigen Monaten raus!", sagen die Eltern im Gespräch mit "Heute".
Besonders dramatisch ist die Situation für ihren ältesten Sohn. Der Bub hat einen Herzfehler, eine 80-prozentige Behinderung und zusätzlich eine starke "Weglauftendenz". Der Alltag der Familie ist voll auf seine Bedürfnisse ausgerichtet, "gerade deswegen ist genau dieses Haus so wichtig für uns", sagen die Eltern.
Doch auch der Zustand des derzeitigen Hauses macht der Familie Sorgen. "Vor etwa eineinhalb Monaten mussten wir das Bauamt informieren. Wir haben unseren Vermieter trotz unzähliger Versuche nie erreicht", erzählen die Eltern im Gespräch mit "Heute".
Bei einem Lokalaugenschein Ende Juni stellte das Bauamt zahlreiche Mängel fest. Besonders schwerwiegend: Bei einem Holzbalkon fehlen teilweise Bodenbretter, das Geländer befindet sich laut Niederschrift in einem "desolaten Zustand". Eine sichere Benutzung sei nicht mehr gewährleistet, die Behörde untersagte die Nutzung.
Auch an anderen Stellen gibt es Probleme. Im Dachstuhl wurden Schäden durch Verwitterung beziehungsweise Fäulnis festgestellt, am Hauptdach fehlen teilweise Dachziegel. Beim Hauseingang haben sich Stufen abgesenkt, zwischen Garage und Wohnhaus gibt es Risse.
Dazu kommen Feuchtigkeitsschäden, ein beschädigtes Terrassengeländer und teilweise Schimmelbildung in einem Badezimmer. Das Bauamt spricht insgesamt von einem sanierungsbedürftigen Zustand. Die Mängel seien unter anderem im Hinblick auf die Stand- und Gebrauchssicherheit zu beheben.
Der Vermieter verweist in seinem Kündigungsschreiben (liegt "Heute" vor) darauf, dass seine Ersparnisse für die Sanierung eines anderen Hauses aufgebraucht seien und er sich deswegen keine weitere Baustelle leisten könne. Er werde das Haus abreißen lassen.
Für Petra und Gerhard P. beginnt die schwierige Suche nach einem neuen Zuhause. Einfach wegziehen können sie nach eigenen Angaben kaum. Nur rund 500 Meter entfernt lebt Petras pflegebedürftige Mutter, um die sich die Familie kümmert.
Gleichzeitig muss das neue Zuhause für ihren schwerbehinderten Sohn geeignet sein. Die Familie sucht deshalb ein leistbares Reihenhaus oder kleines Haus im geförderten Wohnbau in der näheren Umgebung.
Bis Ende Februar 2027 bleibt Petra und Gerhard P. Zeit, für ihre drei Kinder ein neues Zuhause zu finden.