Namen, E-Mail-Adressen und in einzelnen Fällen auch sensiblere Informationen: Bei einer Cyberattacke auf die Stadt Wien sind laut "Kronen Zeitung" insgesamt rund 26.000 interne Dokumente mit einem Datenvolumen von neun Gigabyte kopiert worden.
Betroffen sind darin enthaltene Daten von fast 6.000 Personen. Darunter befinden sich etwa 2.000 Magistratsbeschäftigte, rund 2.900 Bürger sowie mehr als 800 Auftragnehmer der Stadt, heißt es in dem Bericht.
Die Stadt erfuhr laut dem Wiener Chief Information Officer Klemens Himpele am 9. September über das österreichische Computer Emergency Response Team von dem Vorfall.
Zuvor soll laut "Krone" in einem Onlineforum der Zugang zu einer Schwachstelle im städtischen System zum Kauf angeboten worden sein. Gemeinsam mit der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst wurde die Sicherheitslücke anschließend gefunden und geschlossen.
Zu diesem Zeitpunkt hatten der oder die Täter allerdings bereits Zugriff auf eine interne Dokumentationsplattform erhalten.
Bei dem Angriff könnte auch künstliche Intelligenz eine Rolle gespielt haben. Vermutet wird der Einsatz einer speziellen Scan-KI, die Sicherheitslücken aufspürt, um vertrauliche Inhalte zu entwenden. Einen Phishing-Angriff schließt die Stadt derzeit aus, heißt es in der Tageszeitung.
Unter den kopierten Informationen befanden sich etwa Unterlagen zu Schulungen und Projektdokumentationen.
Einen direkten Zugriff auf die städtische IT habe es laut Himpele nicht gegeben. Die Täter hätten zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über Systeme oder Benutzerkonten erlangt, berichtet die "Kronen Zeitung".
Bei einem Großteil der betroffenen Personendaten handelt es sich laut Bericht um Namen oder E-Mail-Adressen. In einzelnen Fällen dürften allerdings auch sensiblere Informationen wie IBAN-Nummern oder Krankenstandstage kopiert worden sein.
Nach aktuellem Wissensstand wurden die erbeuteten Informationen nicht veröffentlicht. Auch eine Erpressung der Stadt habe es nicht gegeben. Die betroffenen Personen werden nun verständigt. Himpele sagt in der "Krone" zu dem Vorfall: "Wir können uns nur entschuldigen."
Die Sicherheitslücke wurde inzwischen geschlossen. Rund 26.000 interne Dokumente waren zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits kopiert worden.