Slalom-Krise im ÖSV

"Dafür fahre ich nicht Ski!" Feller-Klartext nach Aus

Das ÖSV-Slalomteam steckt vor den großen Klassikern in der Krise. Manuel Feller bleibt trotz Frust kompromisslos.
Sport Heute
08.01.2026, 14:42
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Der erhoffte Befreiungsschlag blieb aus. Auch beim Slalom-Klassiker in Madonna di Campiglio kamen Österreichs Technik-Männer nicht in Schwung. Bester ÖSV-Läufer wurde Michael Matt als Zwölfter, Manuel Feller schied im zweiten Durchgang aus und brachte die aktuelle Lage danach schonungslos auf den Punkt.

"Wenn man hier nicht riskiert, ist man gleich 15., 20. Und dafür fahre ich nicht Ski", stellte der Tiroler klar. Sein Ansatz bleibt offensiv, trotz ausbleibender Resultate. Der Slalom-Weltcupsieger des Vorjahres wartet im Olympia-Winter weiter auf ein Top-Ten-Ergebnis, zweimal Rang elf sind bislang die Ausbeute.

Dabei hatte sich Feller den Abend in Madonna selbst erschwert. Im ersten Durchgang unterlief ihm ein kurioser Fehler: Die Verschlüsse seiner Schienbeinschoner waren nicht richtig geschlossen. "Bekackter Amateur. Jetzt bin ich zehn Jahre in dem Business und habe die Bänder von meinen Schienbeindeckeln nicht richtig zu gehabt, bin dann ein paar Mal hängen geblieben – schon beim zweiten Tor", ärgerte er sich im ORF. Trotzdem lag er zur Halbzeit als 14. noch aussichtsreich im Rennen.

Im zweiten Lauf wollte Feller angreifen, riskierte und fädelte aus. "Dass der Speed nicht so schlecht ist, das weiß ich. Aber wenn das Ergebnis nicht Schwarz auf Weiß dasteht, bringt mir das nichts", sagte er danach ernüchtert.

Cheftrainer Marko Pfeifer sieht das Problem weniger bei einzelnen Fahrern als im Gesamtbild. "Es geht nur mit Vollgas", forderte der ÖSV-Coach und sprach von zu viel Zurückhaltung. Die Leistungsdichte sei enorm, kleine Reserven würden sofort bestraft. In Madonna trennten die Ränge drei bis zehn gerade einmal 22 Hundertstel.

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Auch Marco Schwarz kam als 36. nicht über den ersten Durchgang hinaus, Fabio Gstrein schied früh aus. Pfeifer betonte dennoch: "Vom Skifahrerischen hat er sicher mehr drauf im Slalom."

Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Der Jänner bringt noch vier Slaloms, der nächste steigt bereits am Sonntag in Adelboden. Für Feller ein besonderer Ort: Dort hatte er im Vorjahr gewonnen. Seine Marschroute ist klar: "Wenn ich nicht riskiere, bin ich schnell einmal 15. oder 20. – dafür fahre ich nicht Ski, ich will weiter nach vor."

Ganz ohne Taktieren will er es aber nicht angehen: "In Adelboden über den Steilhang werde ich ihn aber nicht so sinnlos hineinlassen."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 08.01.2026, 17:55, 08.01.2026, 14:42
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