Gut eine Woche vor Beginn der Longines Global Champions Tour Vienna beim Schloss Schönbrunn entsteht im Ehrenhof der Turnierboden für vier Tage internationalen Pferdesport. In 60 Lkw-Ladungen wird bzw. wurde der spezielle Sand vom oö. Reitplatzhersteller Ripro von Melk angeliefert, verteilt und so lange bearbeitet, bis die Oberfläche den Anforderungen des Spitzensports entspricht.
Noch stehen keine Hindernisse im Parcours und keine Pferde im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn – dafür rollen dieser Tage die Lkw. Rund 60 Ladungen mit insgesamt 1.500 Tonnen Sand aus Melk werden für die Longines Global Champions Tour Vienna nach Wien gebracht. Der Reitboden zählt zu jenen Teilen eines internationalen Turniers, die später selbstverständlich wirken, in der Vorbereitung aber besondere Aufmerksamkeit verlangen.
Denn Sand ist nicht gleich Reitboden. Für das Turnier wird das Material nach einer speziellen "Ripro-Rezeptur" gemischt und auf die Anforderungen des internationalen Turniersports abgestimmt (im vergangenen Jahr zeichnete sich die Firma Quarzsand verantwortlich). Nach der Anlieferung ist die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen: Der Boden wird verteilt, bearbeitet, eingeebnet und in den kommenden Tagen immer wieder gepflegt, bis die Oberfläche jene Gleichmäßigkeit und Konsistenz erreicht, die Pferde und Reiter im Bewerb brauchen.
"Bei einem Turnier dieser Größenordnung ist der Boden eine der wichtigsten sportlichen Voraussetzungen. Er muss den Pferden Sicherheit und Halt geben, gleichzeitig aber so beschaffen sein, dass sie sicher abfußen, Kraft übertragen und ihre Bewegungen präzise ausführen können“, sagt Helmut Morbitzer, Co-Veranstalter der Longines Global Champions Tour Vienna und ehemaliger Olympiareiter aus Oberösterreich.
"Von 24. bis 27. September treten im Ehrenhof über 200 internationale Spitzenreiter:innen in Springbewerben an, erstmals wird heuer auch internationale Dressur auf 4*-Niveau ausgetragen. Damit bringt die LGCT Vienna 2026 erstmals zwei olympische Pferdesportdisziplinen nach Wien. Der Boden muss dadurch unterschiedlichen sportlichen Anforderungen über vier intensive Turniertage hinweg standhalten", heißt es in einer Aussendung.
Für die letzten Schritte kommt auch schweres Gerät zum Einsatz. Ein Lindner-Traktor aus Tirol übernimmt die laufende Bodenpflege. Dabei wird die Oberfläche nicht einfach nur glattgezogen: Der Boden muss gleichmäßig durchgearbeitet, gelockert und nivelliert werden, damit über die gesamte Fläche möglichst konstante Bedingungen entstehen.
Bis zum ersten Turniertag wird die Fläche deshalb immer wieder bearbeitet. Auch während der Veranstaltung gehört die regelmäßige Pflege zum sportlichen Ablauf. Das Ebnen und Durcharbeiten eines Reitbodens trägt dazu bei, eine lockere, zugleich stabile Oberfläche zu erhalten.
Mit dem letzten Bewerb endet auch die Geschichte des Melker Sands im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn – nicht aber seine Nutzung. Nach dem Abbau des Turnierplatzes wird der Reitboden wieder aufgenommen und an Reitställe weitergegeben. Dort kann er anschließend auf bestehenden Reitplätzen weiterverwendet werden.
Ein Teil der rund 1.500 Tonnen ist bereits vergeben. Eine kleinere Menge ist derzeit noch verfügbar.
"Damit bleibt von den vier Turniertagen nicht nur sportliche Erinnerung: Ein Teil jener Fläche, auf der Ende September einige der besten Reiter:innen und Pferde der Welt in Schönbrunn antreten, wird danach auf Reitplätzen weitergenutzt", heißt es.