Wenn am Samstag plötzlich das Handy Alarm schlägt und kurz darauf in ganz Österreich die Sirenen losheulen, besteht kein Grund zur Panik. Am 3. Oktober findet der jährliche Zivilschutz-Probealarm statt. Dabei wird heuer erneut nicht nur das klassische Sirenensystem getestet, sondern auch das relativ junge Mobilfunk-Warnsystem AT-Alert.
Rund 8.300 Feuerwehrsirenen können derzeit für Warnungen eingesetzt werden. Beim Probealarm sollen die technischen Einrichtungen überprüft werden. Gleichzeitig geht es darum, dass jeder die unterschiedlichen Signale kennt, bevor es tatsächlich einmal ernst wird.
Zwischen 12.00 und 12.45 Uhr ertönt die normale Sirenenprobe für 15 Sekunden. Danach folgen die drei Zivilschutzsignale "Warnung", "Alarm" und "Entwarnung".
Besonders wichtig ist das Signal "Warnung". Dabei ertönt für drei Minuten ein gleichbleibender Dauerton. Im Ernstfall bedeutet das: Eine Gefahr nähert sich. Radio oder Fernsehen sollen eingeschaltet bzw. Informationen im Internet abgerufen werden. Die Bevölkerung soll auf weitere Anweisungen achten.
Deutlich auffälliger klingt das Signal "Alarm": Eine Minute lang ist ein auf- und abschwellender Heulton zu hören. Im Ernstfall bedeutet dieses Signal unmittelbare Gefahr. Dann sollen schützende Bereiche oder Räumlichkeiten aufgesucht und die über Radio, Fernsehen oder Internet verbreiteten Verhaltensmaßnahmen befolgt werden.
Ein einminütiger, gleichbleibender Dauerton bedeutet Entwarnung. Die unmittelbare Gefahr ist dann vorbei. Weitere Hinweise der Behörden sollen aber weiterhin beachtet werden.
Parallel zur Sirenenprobe wird zwischen 12.00 und 13.00 Uhr AT-Alert getestet, eine Ergänzung zum flächendeckenden Sirenen-Warnsystem. Via AT-Alert können Behörden Warnungen über die Mobilfunkbetreiber verschicken.
Das System basiert auf einer eigenständigen Technologie für die Nachrichtenübertragung. Dabei werden Textmeldungen an alle Mobiltelefone gesendet, die im betroffenen Bereich ins Mobilfunknetz eingeloggt sind.
Solche Meldungen können im Ernstfall beispielsweise vor Extremwetter, Naturkatastrophen, Überschwemmungen oder Waldbränden warnen. Behörden können Warnungen abhängig von den Ausmaßen der Gefahr regional oder auch großflächig aussenden.
AT-Alert kennt dabei mehrere Warnstufen. Das sind "Notfallalarm" als höchste Alarmstufe bzw. AT-Alertlevel 1, "Extreme Gefahr" (AT-Alertlevel 2), "Erhebliche Gefahr" (AT-Alertlevel 3), "Gefahreninformation" (AT-Alertlevel 4), Meldungen zu abgängigen Personen sowie Test- und Übungswarnungen. Alle Warnstufen mit Ausnahme des Notfallalarms können am Handy ein- oder ausgeschaltet werden.
Der Probealarm soll nicht nur zeigen, ob Sirenen und digitale Warnsysteme funktionieren. Er soll auch dafür sorgen, dass die Bevölkerung im Ernstfall sofort erkennt, was ein bestimmter Ton bedeutet.