Nach dem tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin läuft die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter auf Hochtouren. Seit Sonntagmorgen sucht die Berliner Polizei öffentlich nach Abdul B. (21), warnt eindringlich vor dem Mann – sein Foto ist auf den Social-Media-Kanälen der Behörde allerdings nicht zu sehen.
Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wurde der 21-Jährige 2005 in Deutschland geboren und ist deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln. Er soll mit einem weißen Transporter in eine Menschenmenge gerast und anschließend mehrere Menschen mit einer Machete angegriffen haben. Eine Frau wurde dabei tödlich verletzt, 29 weitere Personen erlitten teils lebensgefährliche Verletzungen. Die Fahndung nach dem flüchtigen mutmaßlichen IS-Fanatiker dauert an.
Auf der Plattform X fordert die Berliner Polizei die Bevölkerung auf, den Fahndungsaufruf zu verbreiten. Das Bild des Gesuchten ist dort jedoch nicht eingebunden. Die Behörde erklärt dazu: „Aus datenschutzrechtlichen Gründen können wir dies nicht direkt auf Social Media teilen.”
Wer das Foto sehen möchte, muss den im Beitrag verlinkten Fahndungsaufruf öffnen.
Auch das Bundeskriminalamt begründet dieses Vorgehen mit rechtlichen Vorgaben. Auf seiner Website heißt es: „Fahndungsaufrufe zum Beispiel über Facebook und Instagram sind ein schwerwiegender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und erzielen in der Regel nur wenige Tage die Aufmerksamkeit der Bevölkerung.” Deshalb wird das Bild des Gesuchten erst über den verlinkten Fahndungsaufruf veröffentlicht.