Horner packt aus

Das hat sich nach Mateschitz-Tod bei Red Bull geändert

Christian Horner spricht ausführlich über seinen Abschied von Red Bull. Dabei macht er deutlich, welche Rolle der Tod von Dietrich Mateschitz spielte.
13.10.2026, 17:36
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Mehr als 20 Jahre lang war Christian Horner das Gesicht des Formel-1-Teams von Red Bull. Im Juli 2025 folgte die Entlassung des langjährigen Teamchefs. Jetzt spricht der 52-Jährige in einem großen Interview mit dem britischen "Guardian" über die Hintergründe – und über Firmengründer Dietrich Mateschitz, der im Oktober 2022 den Kampf gegen seine Krebserkrankung verloren hatte.

"Nach Dietrichs Tod haben sich die Dinge in der Führung verändert", erklärt Horner. Der österreichische Milliardär hatte dem Briten über Jahre den Rücken gestärkt. Nach seinem Tod entbrannte bei Red Bull ein Machtkampf, in dessen Mittelpunkt auch Motorsportberater Helmut Marko und Jos Verstappen, der Vater von Weltmeister Max Verstappen, standen.

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Horners Abgang hatte allerdings eine längere Vorgeschichte. 2024 waren schwere Vorwürfe einer Mitarbeiterin gegen den damaligen Teamchef bekannt geworden. Es ging unter anderem um angeblich unangemessene Nachrichten und Bilder. Red Bull leitete interne Untersuchungen ein, in deren Rahmen Horner zweimal von den Vorwürfen entlastet wurde. Dennoch sorgte die Affäre monatelang für Negativschlagzeilen, interne Spannungen und einen massiven Imageschaden. Sein Ruf blieb schwer angeschlagen. Dass sein Rauswurf völlig überraschend und ohne Vorgeschichte kam, greift deshalb zu kurz.

Horner schießt gegen Marko: "Ich war enttäuscht von Helmut!" Der Grazer sei nur zwei Tage vor der Entlassung noch Gast seiner Familie gewesen. Dass der Rauswurf unmittelbar bevorstand, habe er dabei mit keinem Wort angedeutet. Ob die Verstappens an seiner Entlassung beteiligt waren? Horner winkt ab: "Nein, es war eine Entscheidung von Red Bull."

Bis heute kenne der Brite nach eigenen Angaben den konkreten Grund für seinen Rauswurf nicht. Er vermutet, dass die Verantwortlichen zu viel Macht in seinen Händen sahen. "Ich bekam aber nie wirklich einen Grund genannt", sagt Horner. Die Art seiner Entlassung bezeichnet er als besonders brutal. Andere Teams hätten trotz ausbleibender Erfolge nicht mit einer solchen Härte reagiert.

Auch persönlich traf ihn der Abschied schwer. Nur eine Woche zuvor war Beverley Allen, die Mutter seiner Tochter Olivia, an Krebs gestorben. Horner musste seine damals elfjährige Tochter durch die schwere Zeit begleiten. Gleichzeitig verlor er nach zwei Jahrzehnten seinen beruflichen Lebensmittelpunkt. Er habe sich gefragt: "Wer bist du? Was bist du? Was ist dein Ziel?"

Besonders schmerze Horner, dass er die Premiere des selbst entwickelten Red-Bull-Motors nicht mehr als Teamchef erleben durfte. Das ehrgeizige Projekt hatte er 2021 selbst auf den Weg gebracht. Nach dem ersten Sieg mit dem eigenen Antrieb bedankte sich Red-Bull-Manager Oliver Mintzlaff telefonisch bei ihm. Horner verrät, dass sich das Verhältnis zwischen den beiden inzwischen wieder verbessert habe.

Eine Rückkehr in die Formel 1 schließt Horner nicht aus, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Er will künftig auch Anteile an einem Rennstall besitzen. Gleichzeitig glaubt er, dass Red Bull etwas von seinem früheren Charakter verloren hat. "Red Bull war immer das unkonventionelle Team, das Grenzen verschoben hat. Jetzt ist es ein bisschen anders", sagt er. Der Geist, den Mateschitz einst geprägt hatte, scheint für Horner nicht mehr derselbe zu sein.

red, 13.10.2026, 17:36
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