Dicke Luft bei Ferrari!
Lewis Hamilton sorgte beim Formel-1-Grand-Prix in Singapur für teaminternen Ärger. Der siebenfache Weltmeister widersetzt sich einer klaren Anweisung seines Teams, verzichtet auf einen Reifenwechsel und verspielt damit eine mögliche Podestplatzierung.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur ist nach dem Rennen richtig sauer auf seinen Superstar. Besonders bitter: Ausgerechnet beim Besuch seiner Freundin Kim Kardashian geht für den Briten einiges schief.
Dabei hatte für Hamilton alles vielversprechend begonnen. Von Startplatz drei ging der Brite auf Medium-Reifen ins Rennen. Bereits in Runde 18 wechselte er allerdings auf die weichere Reifenmischung.
Ein riskanter Schachzug, denn die Reifen würden kaum bis zum Rennende durchhalten.
In Runde 40 bot sich plötzlich die perfekte Gelegenheit für einen weiteren Boxenstopp. Aston-Martin-Pilot Lance Stroll musste seinen Boliden wegen eines Kupplungsschadens abstellen, das virtuelle Safety Car wurde aktiviert.
Ferrari reagierte sofort und wollte beide Fahrer an die Box holen. Doch Hamilton fuhr einfach weiter.
Sein Renningenieur Carlo Santi hatte ihn zuvor gewarnt: "Uns fehlen sechs Runden, um die Ein-Stopp-Strategie umzusetzen."
Die Folgen waren bitter. Hamiltons Reifen bauten in der Schlussphase massiv ab, gleich drei Konkurrenten zogen noch am Briten vorbei. Statt eines möglichen Podestplatzes blieb nur Rang sechs.
Nach dem Rennen machte Ferrari-Teamchef Fred Vasseur seinem Ärger Luft. "Wir waren auf der Strecke auf Platz zwei und drei. Wir haben an beide Autos gefunkt: 'Kommt hinter dem virtuellen Safety Car in die Box'", erklärte der Franzose.
Doch Hamilton hielt sich nicht daran. Vasseur schilderte die Situation mit deutlichem Unverständnis: "Einer von meinen Jungs sagte: 'Nein, ich bleibe lieber draußen.' Oder er hat das nicht gesagt, er meinte: 'Ich habe die Boxeneinfahrt verpasst.'"
Vasseur weiter: "Wir haben Lewis gesagt, dass er an die Box kommen soll. Aber er hat sich entschieden, nicht zu stoppen. Sonst wären wir auf Platz zwei und drei ins Ziel gekommen."
Der siebenfache Weltmeister zeigte sich nach dem Rennen zerknirscht. Schon unmittelbar nach der Zieldurchfahrt meldete er sich über den Teamfunk.
"Es tut mir leid. Ich habe heute entschieden und diese Entscheidung hat uns Punkte gekostet", gestand Hamilton.
Wegen eines Schwächeanfalls musste der 41-Jährige anschließend seine Medienrunden absagen. Später meldete er sich dennoch mit einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort.
"Die Lektion, die ich gelernt habe, war schmerzhaft. Dafür übernehme ich die Verantwortung. Ich entschuldige mich beim Team für die verlorenen Punkte."