Mit dem Xiaomi 17T Pro verändert Xiaomi die eigene T-Serie stärker als in den vergangenen Jahren. Während frühere Pro-Modelle oft wie leicht verbesserte Varianten der normalen T-Geräte wirkten, rückt das 17T Pro diesmal deutlich näher an die echte Flaggschiff-Klasse heran. Vor allem bei Kamera, Akku und Leistung zieht Xiaomi die Schrauben kräftig an. Das Xiaomi 17T Pro wirkt größer und massiver als das normale Xiaomi 17T, denn zum ersten Mal liefert die T-Serie zwei verschiedene Display-Größen. Das Gerät misst 162,2 x 77,5 x 8,25 Millimeter und wiegt 219 Gramm. Xiaomi setzt auf einen Aluminiumrahmen mit gebogenen Übergängen zwischen Rahmen und Display. Neben Schwarz gibt es Dunkelblau und Violett zur Auswahl.
Gleichzeitig bleibt die IP68-Zertifizierung erhalten. Regen, Staub oder kurze Wasserkontakte können dem Smartphone nichts anhaben können. Das Display gehört zu den größten Upgrades gegenüber dem normalen Xiaomi 17T. Statt 6,59 Zoll verbaut Xiaomi hier ein großes 6,83-Zoll-AMOLED-Panel mit 2.772 x 1.280 Pixeln und bis zu superflüssiger 144 Hertz Bildwiederholrate. Dazu kommen Dolby Vision, HDR10+, DCI-P3-Farbraum und eine Spitzenhelligkeit von 3.500 Nits. Im Alltag wirkt das Display extrem hell, kontrastreich und flüssig. Gerade draußen bei direkter Sonne bleibt der Bildschirm sehr gut ablesbar. Gleichzeitig kann das Panel laut Xiaomi bis auf 1 Nit herunterdimmen, was die Nutzung bei Nacht angenehmer macht.
Xiaomi setzt beim 17T Pro außerdem stark auf Augenschutz. Gleich mehrere TÜV-Rheinland-Zertifizierungen sollen niedrigeres Flimmern, reduziertes Blaulicht und bessere Anpassung an Tageszeiten garantieren. Im Alltag fällt tatsächlich auf, dass das Display auch bei längerer Nutzung angenehm wirkt. Vor allem beim Lesen oder Video-Schauen am Abend strengt der Bildschirm weniger an. Ein weiterer Unterschied zum normalen Xiaomi 17T steckt im Inneren. Im Pro arbeitet der MediaTek Dimensity 9500 im 3-Nanometer-Verfahren. Im Alltag zeigt sich, dass das Smartphone enorme Reserven besitzt. Apps starten praktisch ohne Verzögerung, Animationen laufen flüssig und anspruchsvolle Spiele bringen das Gerät kaum an Grenzen.
Dazu kommt Xiaomis neues 3D-IceLoop-Kühlsystem. Beim Xiaomi 17T Pro wirkt die Temperaturkontrolle deutlich besser abgestimmt. Auch längere Gaming-Sessions oder 4K-Videoaufnahmen bringen das Gerät nicht sofort ins Schwitzen. Besonders auffällig ist der riesige Akku. Xiaomi verbaut im 17T Pro einen 7.000-mAh-Silizium-Karbon-Akku – laut Hersteller der größte Akku, den Xiaomi bisher international in einem Smartphone anbietet. Trotzdem bleibt das Gerät vergleichsweise schlank. Im Alltag sorgt der Akku für enorme Laufzeiten. Selbst intensive Nutzung mit Kamera, Navigation, Streaming und Social Media bringt das Gerät nur schwer an einem Tag an seine Grenzen, meist gehen sich zwei Tage aus.
Beim Laden geht Xiaomi ebenfalls deutlich weiter als beim normalen Xiaomi 17T. Statt 67 Watt bietet das Pro-Modell 100 Watt kabelgebundenes HyperCharge und zusätzlich 50 Watt kabelloses Laden. Gerade Wireless Charging fehlt dem Basismodell. Dazu kommt Reverse Charging mit bis zu 22,5 Watt. Besonders spannend ist die Kamera. Xiaomi setzt erneut auf Leica und verbaut eine etwas stärkere Hauptkamera als im normalen Xiaomi 17T. Herzstück ist ein 50-Megapixel-Sensor (MP) im 1/1,31-Zoll-Format mit Light-Fusion-950-Sensor, optischer Bildstabilisierung und Leica-Summilux-Optik. Schon auf dem Papier zeigt sich damit, dass Xiaomi das 17T Pro noch stärker in Richtung High-End-Fotografie positioniert.
Im Alltag liefert die Hauptkamera tatsächlich sehr starke Ergebnisse. Bei Sonnenschein entstehen detailreiche Fotos mit kräftigen, aber meist natürlichen Farben. Vor allem der Dynamikumfang wirkt verbessert. Helle Wolken brennen seltener aus und dunklere Bildbereiche behalten mehr Zeichnung als noch beim Xiaomi 15T Pro. Gleichzeitig bleibt der typische Leica-Look erhalten. Bilder wirken kontrastreich und teilweise fast etwas filmisch abgestimmt. Auch bei schwierigerem Wetter schlägt sich die Kamera stark. Bei Wolken oder wechselhaftem Licht arbeitet die Belichtung stabiler als bei früheren Xiaomi-Geräten. Das Smartphone reagiert schneller auf Lichtwechsel und produziert insgesamt konstantere Ergebnisse.
Richtig spannend wird es aber beim Zoom. Xiaomi verbaut eine 50-Megapixel-Periskopkamera mit fünffachem optischem Zoom, optischer Stabilisierung und bis zu 120-fachem AI-Ultra-Zoom. Vor allem der optische Bereich überzeugt im Alltag deutlich stärker als die Zoomkameras vieler früherer T-Modelle. Gebäude, Straßenschilder oder entfernte Motive bleiben überraschend detailreich. Gleichzeitig wirkt die Stabilisierung ruhiger. Interessant ist außerdem die Makro-Funktion der Telekamera. Xiaomi erlaubt Nahaufnahmen bereits ab 30 Zentimetern Abstand. Gerade bei Pflanzen, Essen, kleinen Objekten entstehen ungewöhnlich starke Bilder mit viel Tiefenwirkung. Die Ultraweitwinkelkamera mit 12 MP bleibt konservativer.
Bei Tageslicht liefert sie ordentliche Ergebnisse mit guten Farben und solidem Dynamikumfang, erreicht aber nicht das Niveau der Hauptkamera. Genau dort zeigt Xiaomi diesmal einen ungewöhnlichen Ansatz. Während viele Hersteller bei günstigeren Modellen vor allem Ultraweitwinkel-, Zoom- oder Frontkameras deutlich verschlechtern, bleiben diese Sensoren beim Xiaomi 17T und 17T Pro praktisch ident. Der größte Unterschied steckt fast ausschließlich in der stärkeren Hauptkamera des Pro-Modells. Das wirkt im Alltag deutlich sinnvoller als viele künstliche Einschränkungen der Konkurrenz. Auch die Frontkamera mit 32 Megapixeln hinterlässt einen besseren Eindruck als bei früheren Xiaomi-Geräten.
Selfies wirken natürlicher, Hauttöne realistischer und die aggressive Glättung fällt schwächer aus. Vor allem bei Tageslicht liefert die Frontkamera starke Ergebnisse. Bei Nacht stößt sie zwar weiterhin an Grenzen, wirkt insgesamt aber deutlich reifer abgestimmt. Dazu kommen starke Video-Funktionen. Das Xiaomi 17T Pro unterstützt 8K mit 30 Bildern pro Sekunde sowie 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Dazu kommen HDR10+-Aufnahmen und Log-Video-Modi. Gerade für Content Creator dürfte das interessant sein. Xiaomi integriert außerdem erstmals 4K-60fps-Cinematic-Recording in der T-Serie. Bei Konzerten oder schwierigen Lichtbedingungen soll zusätzlich ein spezieller Stage-Modus helfen.
Softwareseitig setzt Xiaomi auf HyperOS mit zahlreichen KI-Funktionen. Dazu gehören HyperAI, Google Gemini und Circle to Search. HyperOS 3 bringt außerdem Funktionen wie Hyper Island, neue Sperrbildschirm-Optionen und überarbeitete Systemanimationen. Teilweise wirkt die Software weiterhin etwas überladen und nicht jede KI-Funktion dürfte im Alltag wirklich relevant sein. Trotzdem wirkt das Xiaomi 17T Pro insgesamt deutlich erwachsener als viele frühere T-Pro-Modelle. Xiaomi versucht diesmal nicht nur, möglichst viele starke Zahlen auf ein Datenblatt zu schreiben, sondern liefert an mehreren entscheidenden Stellen echte Verbesserungen für den Alltag. Genau das merkt man vor allem bei Akku, Kamera und Display.
Besonders der riesige 7.000-mAh-Akku verändert das Nutzungserlebnis. Während viele aktuelle High-End-Smartphones trotz hoher Preise oft nur solide Laufzeiten bieten, spielt das Xiaomi 17T Pro hier in einer eigenen Liga. Selbst intensive Nutzung mit Kamera, Gaming, Navigation und Streaming bringt das Gerät nur schwer an einem Tag an seine Grenzen. Gerade Vielnutzer dürften das schnell zu schätzen wissen. Apropos Preise: Während Xiaomi das Basismodell im Vergleich zum Vorgänger um 100 Euro teurer macht und es nun ab 750 Euro ansetzt, ist diese Preissteigerung auch beim 17T Pro angekommen, das nun bei 900 statt 800 Euro startet. Für den Aufpreis zum Basismodell bekommt man recht viel bei Akku, Leistung und Kamera.
Preise und Modelle der Xiaomi 17T Series
Xiaomi 17T Pro: 12+256 GB – 899,90 Euro, 12+512 GB – 999,90 Euro, 12 GB+1 T – 1.099,90 Euro
Xiaomi 17T: 12+256 GB – 749,90 Euro, 12+512 GB – 799,90 Euro
Auch das Display gehört klar zu den Stärken des Smartphones. Die Kombination aus 144 Hertz, hoher Helligkeit und sehr kräftigen Farben sorgt im Alltag für einen hochwertigen Eindruck. Gleichzeitig fällt positiv auf, dass Xiaomi stärker auf Augenschutz achtet als früher. Lange Videoabende oder ausgedehnte Gaming-Sessions wirken angenehmer als bei älteren Xiaomi-Geräten. Der wichtigste Fortschritt bleibt aber die Kamera. Vor allem die neue Hauptkamera liefert sichtbar bessere Ergebnisse als frühere T-Modelle. Fotos wirken detailreicher, natürlicher und stabiler abgestimmt. Gleichzeitig schließt Xiaomi mit der neuen Periskopkamera endlich eine Schwäche vieler früherer Xiaomi-Geräte. Gerade Zoomfotos profitieren enorm davon.
Interessant ist außerdem die neue Strategie zwischen Xiaomi 17T und 17T Pro. Xiaomi beschneidet nicht einfach die Zusatzkameras des günstigeren Modells. Ultraweitwinkelkamera, Periskop-Telekamera und Frontkamera bleiben praktisch ident. Das Pro-Modell differenziert sich hauptsächlich über die stärkere Hauptkamera, den größeren Akku, schnelleres Laden und den stärkeren Prozessor. Genau das wirkt deutlich fairer als bei vielen Konkurrenten. Natürlich bleibt trotzdem Kritik. HyperOS wirkt weiterhin nicht ganz so sauber und ruhig wie Samsungs One UI oder Googles Pixel-Software. Teilweise tauchen unnötige Zusatzfunktionen oder Systemhinweise auf. Auch die KI-Features dürften nicht jeden Nutzer überzeugen.
Xiaomi muss außerdem beweisen, dass Software-Updates langfristig schnell und zuverlässig geliefert werden. Beim Pro-Modell gibt es mindestens fünf große Android-Upgrades, beim Basis-Modell vier – beide bieten mindestens sechs Jahre lang Sicherheits-Patches. Trotzdem zeigt das Xiaomi 17T Pro, wohin sich Xiaomis T-Serie entwickelt. Früher standen vor allem aggressive Preise im Mittelpunkt. Jetzt versucht Xiaomi zunehmend, echte Flaggschiff-Technik etwas günstiger anzubieten. Genau deshalb wirkt das 17T Pro nicht mehr nur wie ein "starkes Mittelklasse-Smartphone", sondern wie ein Premium-Gerät. Das Xiaomi 17T Pro fühlt sich eher wie ein Schritt Richtung Ultra-Klasse an – nur ohne Ultra-Namen und ohne ganz extreme Preise.