Smartphone-Test

Genialer Kamera-Geniestreich beim neuen Xiaomi 17T

Mehr Akku, verfeinertes Design und etwas stärkere Kamera: Xiaomi schickt das 17T mit Ansagen gegen Samsung und Google ins Rennen. Ein Detail besticht.
Rene Findenig
28.05.2026, 15:00
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Mit dem Xiaomi 15T hatte Xiaomi im Vorjahr ein Smartphone auf den Markt gebracht, das vor allem mit seinem hellen Display, dem schnellen Laden und der starken Hauptkamera auffiel. Im "Heute"-Test überzeugte damals vor allem die Kombination aus viel Ausstattung und vergleichsweise fairem Preis. Nun folgt mit dem Xiaomi 17T der Nachfolger, die Modellnummer 16 wurde wie schon bei der Flaggschiff-Reihe ausgelassen. Xiaomi verändert dabei nicht alles radikal, dreht aber an mehreren wichtigen Stellen. Genau dort zeigt sich im Alltag schnell, ob das neue Modell wirklich besser geworden ist. Schon beim ersten Blick fällt auf, dass Xiaomi beim 17T einen etwas anderen Weg geht – das Display wurde beim Basismodell geschrumpft.

Während das Xiaomi 15T mit seinem 6,83 Zoll großen Bildschirm zu den größeren Smartphones gehörte, schrumpft das Display des neuen T-Modells auf 6,59 Zoll. Das klingt zunächst nach einem kleinen Unterschied, verändert das Gefühl in der Hand aber deutlich. Das Xiaomi 17T wirkt kompakter und einfacher zu bedienen. Vor allem beim Tippen mit einer Hand oder beim Fotografieren unterwegs macht sich das bemerkbar. Gleichzeitig bleibt Xiaomi der AMOLED-Technik treu. Das 17T nutzt weiterhin ein 120-Hz-Display mit hoher Bildwiederholrate. Inhalte wirken dadurch flüssig, egal ob beim Scrollen durch soziale Netzwerke oder beim Wechseln zwischen Apps. Xiaomi setzt erneut auf Dolby Vision und HDR-Unterstützung.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Außen eine kleine, innen mehrere große Veränderungen

Schon das Xiaomi 15T erreichte bis zu 3.200 Nits Spitzenhelligkeit, auch das Xiaomi 17T hat wieder ein besonders helles Panel erhalten. Gerade im Freien war das bereits beim Vorgänger ein echter Vorteil. Die Auflösung fällt mit 1.280 x 2.772 Pixel sehr scharf. Beim Design bleibt Xiaomi eher sachlich, große Experimente gibt es nicht. Die Kameraeinheit wirkt etwas aufgeräumter als beim 15T, insgesamt bleibt der Look aber nüchtern und sehr ähnlich: Matte, glasfaserverstärkte Rückseite, Kunststoffrahmen, flaches Display mit sehr dünnen Rändern, ein quadratisches und leicht hervorstehendes Kamera-Modul mit Leica-Schriftzug auf der Rückseite. Gleichzeitig bleibt die IP68-Zertifizierung gegen Staub und Wasser erhalten.

Verbessert hat sich übrigens der Display-Schutz zu einer neueren Version von Corning Gorilla Glass. Die wohl größte Veränderung steckt allerdings im Inneren. Das Xiaomi 15T arbeitete mit dem MediaTek Dimensity 8400 Ultra. Im Xiaomi 17T kommt ein neuerer MediaTek-Chip, der 8500 Ultra, zum Einsatz. Xiaomi bleibt also bei MediaTek und verzichtet erneut auf Snapdragon in diesem Modell. Das überrascht nicht. Schon das Xiaomi 15T zeigte im Alltag starke Leistung. Apps starteten schnell, Webseiten luden flott und selbst anspruchsvollere Spiele liefen stabil. Unter längerer Last wurde das Gerät teilweise warm. Beim 17T klappt wieder alles flüssig, ganz wurde die Wärme aber nicht beseitigt. Dennoch: Die Leistung ist für die Preisklasse sehr gut.

Zoom-Qualität des Basismodells steigt immens an

Spannend wird auch der Blick auf den Akku. Hier legt Xiaomi beim 17T deutlich nach. Während das Xiaomi 15T einen Akku mit 5.500 Milliamperestunden (mAh) nutzte, verstärkt sich das Xiaomi 17T auf 6.500 mAh. Das ist ein spürbarer Sprung. Schon der Vorgänger hielt im Alltag meist problemlos einen langen Tag durch. Mit sparsamer Nutzung waren auch eineinhalb Tage realistisch. Nun kommt man sogar auf zwei Tage Nutzung. Beim Laden bleibt Xiaomi bei 67 Watt. Das ist zwar nicht absolute Spitze, reicht im Alltag aber für sehr kurze Ladezeiten unter einer Stunde. Auf kabelloses Laden verzichtet das Unternehmen beim Basismodell erneut, das ist dem Pro-Modell vorenthalten. Umso schöner, dass das Pro nicht überall viel stärker ist.

Besonders interessant ist das nämlich bei der Kamera. Xiaomi setzt wieder auf eine Triple-Kamera mit 50-Megapixel-Hauptsensor (MP). Schon das Xiaomi 15T machte bei Tageslicht gute Fotos mit kräftigen Farben und hoher Schärfe, wurde von vielen Nutzern als Kamera-Preis-Leistungs-Hit gelobt. Gleichzeitig gab es aber Kritik an der Zoomkamera. Der optische Zweifach-Zoom wirkte im Vergleich mit stärkeren Konkurrenten eingeschränkt. Beim Xiaomi 17T verändert Xiaomi genau diesen Punkt, es kommt nun eine 50-MP-Periskop-Telekamera mit fünffachem optischem Zoom zum Einsatz. Vor allem bei Konzerten, Gebäuden oder Portrait-Aufnahmen schafft der viel stärkere optische Zoom deutlich mehr Möglichkeiten.

Xiaomi stärkt das Kamerasystem des 17T deutlich

Die Hauptkamera dürfte erneut der wichtigste Sensor bleiben. Xiaomi arbeitet weiterhin mit Leica zusammen. Schon beim Xiaomi 15T zeigte sich das vor allem bei der Farbabstimmung. Bilder wirkten meist kontrastreich und kräftig. Manche Nutzer mochten genau diesen Stil, andere empfanden die Bearbeitung als etwas zu aggressiv. Auch die Ultraweitwinkelkamera bleibt Teil des Pakets. Xiaomi setzt hier erneut auf 12 Megapixel, beim Frontsensor gibt es auch wieder 32 Megapixel. Dazu kommt ein Detail, mit dem Xiaomi fast schon einen kleinen Geniestreich vollführt. Viele Hersteller übernehmen bei günstigeren Modellen oft einfach die Hauptkamera der Pro-Version und sparen dann bei den übrigen Sensoren.

Genau dort entstehen im Alltag häufig die größten Unterschiede. Ultraweitwinkelkameras liefern schlechtere Fotos, Zoomkameras werden schwächer oder Frontkameras abgespeckt. Xiaomi geht beim 17T einen anderen Weg. Im Xiaomi 17T Pro arbeitet zwar die etwas stärkere (lichtempfindlichere) Hauptkamera, aber Ultraweitwinkelkamera, Periskop-Telekamera und Frontkamera fallen ident mit dem normalen Xiaomi 17T aus. Genau das ist ungewöhnlich. Nutzer des günstigeren Modells müssen dadurch bei mehreren wichtigen Kameras keine größeren Abstriche machen, selbst die Unterschiede der Hauptkamera sind gering. Xiaomi stärkt damit ausgerechnet jenes Modell, das für deutlich mehr Nutzer interessant sein dürfte.

Kameraqualität fällt für die Preisklasse sehr gut aus

Im Alltag hinterlässt die Kamera des Xiaomi 17T insgesamt einen deutlich reiferen Eindruck als noch beim Xiaomi 15T. Vor allem bei Tageslicht gelingen Fotos mit kräftigen Farben und hoher Schärfe. Xiaomi bleibt dem kontrastreichen Leica-Look zwar treu, wirkt diesmal aber etwas kontrollierter als beim Vorgänger. Gerade bei sonnigem Wetter behalten Bilder mehr Zeichnung in hellen Bereichen, während Wolken und Himmel natürlicher wirken. Auch bei wechselhaftem Licht mit vielen Schatten reagiert die Kamera sichtbar stabiler. Das Xiaomi 15T neigte hier teilweise dazu, Farben zu aggressiv zu verstärken oder helle Bereiche ausbrennen zu lassen. Besonders die neue Periskop-Telekamera ist im Alltag ein echter Fortschritt.

Der fünffache optische Zoom liefert mehr brauchbare Ergebnisse als der frühere Zweifach-Zoom des Xiaomi 15T. Gebäude, Straßenschilder oder weiter entfernte Motive wirken klarer und detailreicher. Gleichzeitig arbeitet die Stabilisierung ruhiger. Auch bei schlechterem Wetter oder am Abend bleiben Zoomfotos überraschend brauchbar. Bei Nacht zeigt die Hauptkamera ebenfalls Fortschritte. Lichtquellen fransen weniger stark aus, dunkle Bereiche behalten mehr Details und die Bildverarbeitung wirkt insgesamt ausgewogener. Die Frontkamera liefert bei Tageslicht ordentliche Selfies mit natürlichen Hauttönen und sichtbar weniger aggressiver Glättung als noch beim Vorgänger. Auch bei Nacht sind noch einige schöne Selfies möglich.

Fotos mit dem 17T Pro, bei dem sich nur die Hauptkamera unterscheidet:

HyperOS 3 optisch und funktional weiter ausgebaut

Gezoomt wird digital bis 120-fach, man sollte sich aber auf 10- bis 20-fach beschränken. Als Farben stehen beim Xiaomi 17T dieses Mal Modelle in Blau, Schwarz und Violett bereit, auch verbaut Xiaomi erneut wahlweise 256 oder 512 Gigabyte (GB) internen Speicher, in beiden Fällen mit 12 GB Arbeitsspeicher. Erweiterbar ist der Speicher nicht. Die Preiserhöhung im Vergleich zum Vorgänger fällt dem Trend der Branche folgend leider happig aus: Das Smartphone startet bei 750 Euro, um 100 Euro teurer als noch der Vorgänger. Mit an Bord sind wieder alle modernen Standards wie Dual-SIM, E-SIM, NFC, Wi-Fi 6E und Bluetooth 6.0. Dazu gibt es obendrauf wieder überraschend stark klingende Stereo-Lautsprecher mit Dolby Atmos.

Preise und Modelle der Xiaomi 17T Series

Xiaomi 17T Pro: 12+256 GB – 899,90 Euro, 12+512 GB – 999,90 Euro, 12 GB+1 T – 1.099,90 Euro

Xiaomi 17T: 12+256 GB – 749,90 Euro, 12+512 GB – 799,90 Euro

Softwareseitig setzt Xiaomi erneut auf HyperOS, aufbauend auf Android 16. Schon beim Xiaomi 15T gab es dabei Kritik an Werbung in System-Apps und unnötigen Zusatzprogrammen. Das Xiaomi 17T hat dies etwas zurückgefahren und für technikaffinere Nutzer lässt sich vieles deaktivieren, für weniger erfahrene Nutzer wirkt die Software aber auch so nicht mehr so sehr überladen. Mit HyperOS 3 baut Xiaomi die Oberfläche optisch und funktional weiter aus. Neu ist vor allem "Hyper Island", Xiaomis Antwort auf Apples Dynamic Island. Hintergrund-Apps wie Timer, Sprachrekorder oder Medienplayer erscheinen als kleine Elemente rund um die Kamera-Aussparung und lassen sich direkt öffnen oder als schwebende Fenster nutzen.

Genialer Kamera-Geniestreich beim neuen Xiaomi 17T

Dazu kommen deutlich mehr Möglichkeiten zur Anpassung des Sperrbildschirms, etwa neue Uhr-Designs, Tiefeneffekte und KI-generierte Hintergrundbilder. Auch das Kontrollzentrum wurde leicht überarbeitet und setzt nun stärker auf weiße Symbole sowie rundere Elemente statt der bisherigen blauen Akzente. In System-Apps wie der Galerie integriert Xiaomi zusätzlich neue Blur-Effekte für eine modernere Optik. Praktisch im Alltag sind neue Akku-Funktionen, etwa ein Lade-Limit bei 80 Prozent zum Schutz der Batterie. Gleichzeitig bietet Xiaomi bessere Performance mit flüssigerem Scrollen und schnelleren Animationen. Betriebssystem-Updates gibt es für vier Generationen, Sicherheits-Updates für sechs Jahre.

Im Vergleich mit dem Xiaomi 15T zeigt sich: Xiaomi verändert beim 17T nicht die Grundidee. Stattdessen versucht der Hersteller, mehrere kleinere Schwachstellen eines ohnehin bereits starken Smartphones gezielt zu verbessern. Der größere Akku, die kompaktere Bauweise und die stärkere Zoomkamera wirken wie direkte Antworten auf Kritikpunkte am Vorgänger. Gerade beim kleineren Display und der fast identen Kamera-Ausstattung des Pro-Modells dürfte Xiaomi einen Nerv treffen. Vor allem Nutzer, denen aktuelle High-End-Smartphones inzwischen zu teuer geworden sind, dürften das Xiaomi 17T genau beobachten. Xiaomi versucht, möglichst viel Ausstattung zum moderaten Preis anzubieten – auch wenn dieser ebenso steigt.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } Akt. 28.05.2026, 15:03, 28.05.2026, 15:00
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