Die Gemeinde Gries am Brenner plant schon seit Längerem eine Demonstration aufgrund der massiven Belastung der Bevölkerung durch die Brennerautobahn. Das allerdings nicht auf der Hauptstraße oder im Ortszentrum, sondern mitten auf der A13. Bisher wurde das Vorhaben von der Behörde stets mit Verweis auf einen erwarteten Verkehrskollaps abgewiesen.
Doch Bürgermeister Karl Mühlsteiger legte Beschwerde ein – und bekam vom Landesverwaltungsgericht recht. Am 30. Mai wird also wirklich eine Demonstration auf der Brenner-Autobahn stattfinden.
Und weil aus Sicherheitsgründen hierfür auch die Brenner Straße B 182 gesperrt wird, gibt es in diesem Zeitraum überhaupt kein Durchkommen über den Österreich und Italien verbindenden Pass (außer mit dem Zug). Laut dem ORF Tirol wird das von 11 bis 19 Uhr der Fall sein.
Die Vorbereitungen hierfür laufen im Wipptal bereits auf Hochtouren. Arbeitsgruppen wurden gegründet, die Gemeinden stehen in engem Austausch. "Wir müssen für die Veranstaltung ca. 800 Laufmeter Bauzaun besorgen und den dann auf- und abbauen, weil ein Korridor auf der Fahrbahn für die Blaulichtorganisationen frei bleiben muss", sagte Mühlsteiger. Hinzu kommen noch Faktoren wie die Beschallung, Lautsprecher, Bühnenaufbau oder Ordner- und Lotsendienste.
Das Echo innerhalb der Bevölkerung sei eindeutig positiv, sagt er dem ORF. Von 400 Mails seien nur acht negativen Inhalts gewesen – die Urheber stammten jeweils aus Deutschland. Für sie bedeutet eine Brennersperre enorme Umwege, um nach Italien oder wieder zurück zu kommen.
Empört reagierte auch die benachbarte Spitzenpolitik. So gehe man nicht mit Nachbarn um, hielt etwa der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) fest. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) reichte eine Protestnote ein.