Der Fall erschütterte Tirol im Jahr 2005: Daniela K. (19) wurde am 23. Juni nach einer Ballnacht tot vor einer Telefonzelle beim Innsbrucker Rapoldipark gefunden. Laut Ermittlern starb die junge Frau durch zwei heftige Messerstiche in Brust und Rücken.
Nach langen Ermittlungen kam kürzlich neue Bewegung in den lange ungelösten Mordfall. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat Anklage gegen einen heute 42-jährigen Österreicher eingebracht. Der Mann lebt mittlerweile in Australien.
Bereits 2013 war der Verdächtige festgenommen worden und saß rund sieben Wochen in U-Haft. Damals stützte sich der Verdacht auf DNA-Spuren an der Leiche, an der Kleidung sowie am Fahrrad des Opfers. Weil eine Spur weniger aussagekräftig war als gedacht, wurde der Mann enthaftet, das Verfahren 2014 eingestellt.
Doch die Ermittler gaben nie auf. Immer wieder wurden Spuren neu untersucht, moderne Methoden brachten schließlich den Durchbruch. Auf dem Filter einer kaum gerauchten Zigarette aus der Telefonzelle wurde erneut DNA des Beschuldigten gefunden. Für die Staatsanwaltschaft ein klarer Hinweis, dass er am Tatort war. Auch das Oberlandesgericht Innsbruck bestätigte diese Einschätzung.
Mit diesen neuen Erkenntnissen erhärtete sich der Tatverdacht deutlich. Nun soll ein Geschworenengericht über Schuld oder Unschuld entscheiden. Der Beschuldigte hat laut Verteidigung zugesagt, freiwillig zur Verhandlung anzureisen.
Ein Termin steht noch nicht fest. Über 480 Aktenstücke und mehr als 20 gerichtsmedizinische Gutachten wurden in fast 21 Jahren erstellt. Mord verjährt in Österreich nicht, im Fall einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu lebenslange Haft.