Wirbel um Nachwuchstrainer Jens Härtel! Der 57-Jährige musste seinen Posten bei der U19 von Union Berlin nach diskriminierenden Äußerungen räumen. Jetzt ist bekannt, welche Aussage unter anderem zu seinem Rücktritt führte.
Bereits am 11. Oktober gab der deutsche Bundesligist bekannt, dass Härtel sein Traineramt niedergelegt habe. Hintergrund war ein Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses wegen mehrerer diskriminierender Äußerungen im Trainingsbetrieb.
Einen Tag später folgte die Strafe: Der Deutsche Fußball-Bund sperrte den ehemaligen Trainer von Magdeburg, Rostock und Braunschweig für zwölf Wochen. Vier Wochen davon wurden auf Bewährung ausgesetzt. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an einem Konflikt- und Deeskalationstraining.
Doch was war passiert? Wie die "Bild" berichtet, soll es während des Sommer-Trainingslagers zu einer folgenschweren Aussage gekommen sein.
Härtel wollte mit einer Teambuilding-Maßnahme den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft stärken. Dafür wurde unter anderem die Sitzordnung beim Mittagessen neu zusammengestellt, damit sich Spieler und Betreuer besser kennenlernen konnten.
Als sich mehrere schwarze Spieler an einem Tisch versammelten, soll der 57-Jährige im Vorbeigehen gefragt haben: "Ist das hier der afrikanische Tisch?" Der Vorfall wurde anschließend durch ein anonymes, sechsseitiges Schreiben bekannt. Neben Union Berlin wurden auch der DFB, der Berliner Senat und der Landessportbund darüber informiert.
Bei der vereinsinternen Aufarbeitung gab laut Bericht allerdings kein befragter Spieler oder Mitarbeiter an, sich durch die Aussage diskriminiert gefühlt zu haben.
Härtel entschuldigte sich dennoch öffentlich: "Ich habe Fehler gemacht und bin meiner Vorbildfunktion im Nachwuchsbereich nicht gerecht geworden, dafür habe ich meine Mannschaft sowie das Trainer- und Betreuerteam um Entschuldigung gebeten und möchte das hiermit auch beim gesamten Verein tun."
Der 57-Jährige betonte zudem: "Es war nie meine Absicht, jemanden verbal zu verletzen oder gar zu diskriminieren." Insgesamt ahndete der DFB drei verbale Grenzüberschreitungen des Trainers. Ob Härtel, der erst Anfang Juli bei den Berlinern angeheuert hatte, nach Ablauf seiner Sperre zum Verein zurückkehren wird, ist derzeit offen.