Die Lage in Österreich ist aufgeheizt: Erst am Mittwoch wurde mit 41,2 Grad der Allzeit-Rekord gebrochen. In mehreren Orten wurde die 40-Grad-Marke geknackt. Nun geht es auch in der Politik heiß her. SPÖ-Klubobmann Philip Kucher hat am Donnerstag zum Schlag gegen die FPÖ ausgeholt.
Grund dafür war, dass der Sozialdemokrat einen Blick auf die Homepage der Freiheitlichen geworfen hatte. Dort finde man keine Hitzewarnung, keine Erwähnung der Wasserknappheit, keinen Bericht zu Landwirten, deren Kühe kein Futter mehr hätten und auch keinen Dank an Feuerwehrleute, die gegen Waldbrände kämpfen, kritisiert Kucher.
Stattdessen würde der Leser dort auf "das übliche blaue Verschwörungs-Bla-Bla zu Corona, WHO, EU-Eliten und Co." stoßen. Zudem würden die Freiheitlichen behaupten, dass die "Hitze-Panik" nur zur "Ablenkung vom Impf-Desaster" diene. Demnach würden die Blauen hier eine Verschwörung von "Systemparteien", "Mainstream-Medien" und "Brüssel" orten.
"Die FPÖ glaubt, das Thermometer steckt mit dem System unter einer Decke", so Kucher. Ihm zufolge hätten die Freiheitlichen früher den Klimawandel bestritten, nun würden sie die Hitze bestreiten. "Als Nächstes bestreiten sie noch den August", meint der Sozialdemokrat. Laut Kucher sei den Blauen inzwischen sogar "das Thermometer zu links".
Dass die Freiheitlichen die Hitze und den Klimawandel leugnen, sei dem Roten zufolge keine Einzelmeinung in der Partei. So habe die Stellvertreterin von Parteichef Herbert Kickl, Susanne Fürst, gesagt, dass man "diese heißesten Tage seit der Aufzeichnung" vergessen könne. Die habe man letztes und vorletztes Jahr auch gehabt. Auch die blaue Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch habe gemeint, dass es im Sommer immer schon heiß gewesen sei.
Aber auch Kickl würde den Klimawandel schon lange leugnen, sagte Kucher. Als Beispiel nannte der Rote eine Anfrage des blauen Parteichefs aus dem Jahr 2013. Damals wollte Kickl wissen, wo die Erderwärmung bleibe. Des Weiteren habe der Freiheitliche den Einfluss der Menschen auf das Klima als "mehr als umstritten" bezeichnet und Medien sowie Politiker kritisiert, die über die "angeblichen Erderwärmung" sprechen würden.
Zudem wollte der blaue Frontmann in seiner Anfrage an den damaligen Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) wissen, welche Beweise das Bundeskanzleramt für die Erderwärmung habe. Kucher zufolge könne man diese Frage nun knapp mit "41 Grad" beantworten.