Die Bevölkerung – und eben auch die Wirte – sind gespalten: Bargeld oder Karte? Obwohl digitales Bezahlen immer beliebter wird, halten einige steirische Gastronomen strikt am Bargeld fest. Nicht aus technischen Gründen, sondern aus Überzeugung.
Im Café Adanitsch in Leibnitz gehört Bargeld seit mehr als fünf Jahrzehnten zum Geschäftsmodell. Chef Michael Adanitsch beobachtet zwar, dass immer mehr Gäste automatisch zur Karte greifen. Begeistern kann ihn dieser Trend aber nicht.
"Es hat jeder meistens Geld eingesteckt, aber durch den Trend wird automatisch zur Karte gegriffen. So wird aber irgendwann das Bargeld abgeschafft und da bin ich dagegen, etwa auch wegen der Privatsphäre", sagt er in der Kleinen Zeitung. Dass Gäste deshalb wegbleiben, habe er noch nie erlebt.
Noch konsequenter ist man im "Theresas - eine ART Gasthaus" in Deutschlandsberg. Dort gab es Kartenzahlung sogar früher, nach einigen Jahren wurde sie wieder abgeschafft.
Für Wirt Gerhart Poprask überwogen laut Kleine Zeitung die Nachteile. Zusätzlicher Aufwand, technische Probleme und laufende Gebühren seien Gründe gewesen, wieder auf Bargeld zu setzen. "(Es) fallen Kosten für nix an", bringt er es auf den Punkt.
Ein Gast habe ihm sogar einmal ein Ultimatum gestellt. Entweder Kartenzahlung oder kein Wiederkommen. Die Antwort des Wirts fiel knapp aus: "Der hat aber dann Pech gehabt."
Auch beim Trinkgeld sieht Poprask Vorteile für Bargeld. Von Kollegen höre er immer wieder, dass Gäste bei Kartenzahlungen darauf vergessen würden.