Tierischer EU-Fail

Deshalb sind unsere Tierheime 5-Sterne-Hotels für Hunde

Eine Undercover-Reportage von VIER PFOTEN aus Rumänien ist nichts für schwache Nerven. Die Tierheime erfüllen nicht einmal die Mindeststandards.
19.05.2026, 09:26
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"Wieso nimmst du dir einen Hund aus dem Ausland?", hört man leider immer wieder als Hundebesitzer mit einem Shelter-Vierbeiner aus dem Osten. Wer einmal eine Auffangstation oder ein Tierheim dort betreten hat, weiß allerdings wieso und trotz EU ändert sich einfach nichts an der Tatsache, dass Hunde dort "leben" müssen wie in einem Gefängnis aus dem Mittelalter.

Auch heuer war die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN undercover unterwegs, um die Missstände in rumänischen Tierheimen, die brav von unseren Steuern finanziert werden, aufzudecken. Die Zwinger sind klein und verdreckt, die Hunde hungern, leiden Durst und warten auf den Tod. Anstatt also ENDLICH auf nachhaltige Kastrationsprojekte in einem EU-Land (!!) zu setzen, werden domestizierte Tiere eingefangen, in einen Käfig gesperrt und vergessen ...

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14 Tage Hölle vor dem Tod!

Von neun öffentlichen Tierheimen, die Anfang des Jahres besucht wurden, entsprach die Mehrheit nicht einmal den Mindeststandards für Tierschutz. Stattdessen fanden die Ermittler ehemalige Streunerhunde in erbärmlichem Zustand vor: Sie waren abgemagert, fraßen ihren eigenen Kot, litten unter unbehandelten offenen Wunden und lebten zumeist in verschmutzten, viel zu kleinen Zwingern ohne ausreichenden Schutz vor Kälte oder Zugang zu Wasser.

Die hohen Sterberaten sind alarmierend: Ein besonders erschreckendes Beispiel ist das Tierheim Brăila City, in dem 2024 etwa 40 Prozent der insgesamt 1.035 Hunde starben, obwohl die Einrichtung keine Hunde euthanasiert.

Im Tierheim Focasani wurde 2024 jeder zweite Hund (56 Prozent) eingeschläfert, 24 Prozent der insgesamt 1.114 Hunde starben eines "natürlichen" Todes.

Diese Zustände spiegeln sich auch in der hohen Sterblichkeitsrate wider. Generell sind Tötungen von Streunerhunden nach einer Frist von 14 Tagen in einem Tierheim nach wie vor legal. Um dem Leid ein Ende zu setzen, fordert VIER PFOTEN die rumänischen Behörden auf, das systematische Einfangen und Töten der Tiere zu stoppen und stattdessen auf ein humanes Management mit Fokus auf Prävention, also Kastrationen, zu setzen.

„"Es ist herzzerreißend, Hunde in öffentlichen Tierheimen unter erbärmlichen Bedingungen leiden zu sehen, während Millionen an Steuergeldern diese systematischen Missstände finanzieren. Das derzeitige Management der Streunerpopulation in Rumänien ist ganz klar gescheitert!“
Manuela RowlingsVIER PFOTEN, Streunerhilfe

"Wir fordern ein Ende des massenhaften Einsperrens in engen Zwingern und der Tötung von Hunden. Die Regierung muss ihre Politik ändern und endlich humane und nachhaltige Methoden der Geburtenkontrolle durch Kastration etablieren, wie sie in vielen Ländern bereits erfolgreich und auch mithilfe von VIER PFOTEN etabliert wurden. Außerdem muss ein höheres Bewusstsein der Bevölkerung für verantwortungsvolle Tierhaltung gezielt gefördert werden", mahnt die Tierschützerin weiter.

Adoption nicht erwünscht!?

Die Recherche ergab auch, dass viele Tierheime nur sehr widerwillig Hunde zur Adoption freigeben. Die Hunde hatten weder Auslauf durch Mitarbeiter oder Externe, noch wurden sie auf eine Adoption vorbereitet. Stattdessen verbrachten sie ihre gesamte Zeit in kargen Zwingern, in denen es keine Beschäftigungsmöglichkeiten gab. Adressen und Öffnungszeiten der Tierheime sind generell oft falsch oder schwer zu finden, und Anrufe bleiben unbeantwortet. Dies erschwert es Interessenten, Informationen über Hunde, die ein Zuhause suchen, und über den Adoptionsprozess zu erhalten.

Hintergrund der Einblicke

Mit rund 500.000 streunenden Hunden und noch viel mehr Katzen hat Rumänien eine der größten Streunerpopulationen Europas. Um Einblicke in das rumänische Tierheimsystem zu gewinnen, initiierte VIER PFOTEN diese landesweite Untersuchung und recherchierte Daten durch offizielle Anfragen sowie Undercover Besuche in neun öffentlichen Tierheimen (Arad, Barlad, Brăila, Focsăsăni/Golesti, Galați, Hunedoara, Rămnicu-Sarat, Reșița, Tanganu). Ursprünglich waren zehn Tierheime für eine verdeckte Untersuchung ausgewählt worden, doch das Tierheim in Barlad verweigerte den Ermittlern jegliche Auskunft und den Zutritt, obwohl es Hunde zur Adoption anbietet.

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