Die extreme Teuerungswelle der letzten Jahre lässt die Zahl der Ladendiebstähle explodieren. "Jedes Jahr steigen die Fälle um etwa 13 Prozent", sagt Andreas Schweitzer, Präsident des Österreichischen Detektiv-Verbands.
Er beschreibt einen Fall, der in seiner Branche mittlerweile normal ist: "Eine junge Mutter ist ins Geschäft gegangen, hat hauptsächlich Essen für ihr Kind gestohlen – das geht einem schon sehr nahe", sagt er zu "Heute".
Ladendiebstahl ist längst ein Massenphänomen: 500 Millionen Euro Schaden pro Jahr schätzt der Handelsverband. Angezeigt werden etwa 24.000 Fälle, das sind knapp 70 erwischte Diebe pro Tag. Die Dunkelziffer ist "enorm", so Schweitzer.
Die neue Armut ist besonders in einer Branche zu merken, sagt der Detektiv: "Aufgrund der Teuerung werden immer mehr Lebensmittel gestohlen." In einem solchen Geschäft, "kann man schon mehrere Diebe pro Tag erwischen." Aber auch Elektro- und Bekleidungsgeschäfte sind vermehrt Ziel von Dieben.
Extrem-Fall: "In einem Einkaufszentrum hatten wir an einem Tag einen Schaden von 50.000 Euro – es war die Beute einer einzigen Gruppe, das war hauptsächlich Gewand." Andreas Schweitzer sagt selber: "Es wird alles teurer, nur das Geld wird nicht mehr."
Die Not der Menschen wird wohl in nächster Zeit nicht geringer. Der Nahost-Krieg treibt schon wieder die Preise in die Höhe, die Inflation – nach einer Mini-Erleichterung – klettert wieder auf 3,2 Prozent.
Und auch am Jobmarkt wird die Krise schlimmer. Mehr als 400.000 Österreicher sind derzeit ohne Job – die Prognose ist äußerst düster.