Strengere Strafen

Deutschland stuft K.-o.-Tropfen künftig wie Waffen ein

Millionen Deutsche vermuten, dass ihnen schon einmal K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. Die Regierung verschärft nun das Strafrecht deutlich.
Newsdesk Heute
23.09.2026, 20:48
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Die deutsche Bundesregierung hat eine weitreichende Änderung des Strafrechts auf den Weg gebracht: K.-o.-Tropfen sollen künftig bei sexuellen Übergriffen und Raubstraftaten als "gefährliche Mittel" eingestuft werden – auf einer Ebene mit Waffen und anderen gefährlichen Werkzeugen.

Hintergrund ist eine Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamtes (BKA), die im Februar 2026 veröffentlicht wurde. Demnach vermuten 5,2 Prozent der Menschen in Deutschland, dass ihnen schon einmal K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. Die Stoffe machen Opfer völlig wehrlos und werden vor allem bei Sexual- und Raubstraftaten eingesetzt.

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"Es geht um zentralnervös dämpfende Stoffe, die man im Allgemeinen Sedativa nennt", erklärt der forensische Toxikologe Stefan Toennes gegenüber n-tv. Das könnten Schlaf- und Beruhigungsmittel, Narkosemittel oder Stoffe mit dämpfender Nebenwirkung sein. Das Problem: Liquid Ecstasy etwa sei bereits nach sechs bis acht Stunden im Blut nicht mehr nachweisbar. "Das arbeitet den extrem heimtückischen und hinterhältigen Tätern in die Hände."

Höchststrafe steigt auf fünf Jahre

Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) will neben der Neueinstufung auch die Höchststrafe von drei auf fünf Jahre erhöhen. Im Bundestag sprach sie von besonders "hinterhältigen und gefährlichen" Straftaten, auf die das Strafrecht eine harte Antwort geben müsse.

Nina Fuchs vom Verein "Kein Opfer e.V." begrüßt die Änderung grundsätzlich, gibt aber zu bedenken: "Von härteren Strafen bei quasi kaum Verurteilungen haben Betroffene nichts." Sie fordert mehr Aufklärung, Schulungen für Polizei und Justiz sowie eine Infrastruktur zur niedrigschwelligen Spurensicherung rund um die Uhr.

Auch in Österreich ist das Thema aktuell: Das Innenministerium führt keine eigene Statistik über K.-o.-Tropfen-Fälle, das Dunkelfeld dürfte enorm sein. Politikerinnen fordern eine Dunkelfeldstudie nach deutschem Vorbild und den flächendeckenden Ausbau von Gewaltschutzambulanzen.

red,23.09.2026, 20:48
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