Der Fall Maria erschütterte ganz Österreich: Die erst 13-Jährige berichtete von schwerem sexuellen Missbrauch in mehreren Wohnungen. Immer wieder gerieten minderjährige Mädchen rund um den Salzburger Hauptbahnhof in die Fänge von Männern, die ihnen Drogen anboten. Besonders erschütternd: Das jüngste bekannt gewordene Opfer war erst zwölf Jahre alt.
Jetzt zieht die Salzburger Landesregierung Konsequenzen. Für Mädchen aus der Drogenszene sollen eigene Schutzwohnungen entstehen. Im Doppelbudget für 2027 und 2028 sind dafür rund zwei Millionen Euro vorgesehen.
Bereits im November 2025 machte Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) die erschütternden Vorgänge öffentlich. Minderjährige Mädchen sollen rund um den Salzburger Hauptbahnhof angesprochen, mit Drogen angelockt und anschließend in Wohnungen im Bahnhofsviertel sexuell missbraucht worden sein.
Anfang Jänner bestätigte auch Bettina Plattner, Leiterin der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Salzburg, im ORF entsprechende Schilderungen von betroffenen Mädchen.
"Die Mädchen erzählen, dass sie am Salzburger Hauptbahnhof von arabischstämmigen jungen Männern angesprochen werden, die ihnen Drogen anbieten und noch mehr Drogen in Wien versprechen. Und viele dieser Mädchen fahren dann auch mit", erklärte Plattner damals in der "ZIB 2".
Mit dem Projekt "Schutzraum Bahnhof" will das Land den betroffenen Mädchen nun einen sicheren Zufluchtsort bieten. In der Nähe des Salzburger Hauptbahnhofs sollen Unterkünfte entstehen, in denen sie nicht nur kurzfristig Schutz finden, sondern auch längerfristig wohnen können.
Das Angebot soll bewusst niederschwelliger sein als bestehende Hilfsangebote und Notschlafstellen. Entwickelt wurde das Projekt gemeinsam mit der Jugendpsychiatrie der Christian-Doppler-Klinik.
Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) betont, wie wichtig ein sicherer Rückzugsort für die Betroffenen sei. "Landesrat Wolfgang Fürweger und ich wollen zumindest einen Teil dazu beitragen, dass diese Mädchen einen Schutzraum finden und dass diese Mädchen auch einen Ort haben, wo sie geborgen sind, Sicherheit und Ansprechpartner haben und wo sie dieses Martyrium der Männer nicht fürchten und dorthin auch nicht zurück müssen", so Svazek.