Eineinhalb Jahre quälende Ungewissheit: Am 16. November 2006 bewachte der 25-jährige Bert Nussbaumer aus Neukirchen bei Altmünster (Bez. Gmunden) für eine US-Sicherheitsfirma einen Konvoi im Südirak. Nahe der Grenze zu Kuwait schlugen Bewaffnete zu: Sie verschleppten den Oberösterreicher und vier US-Kollegen. Wenige Wochen später tauchte ein Video der fünf Geiseln auf – das letzte eindeutige Lebenszeichen.
Danach folgten Gerüchte, angebliche Sichtungen und immer neue Hoffnung, doch keine konkrete Spur. Erst im März 2008 kam die traurige Gewissheit: Mehrere Leichen wurden im Irak entdeckt, eine davon per DNA als Nussbaumer identifiziert. Laut späterem Obduktionsergebnis war er getötet worden. Im Mai 2008 wurde seine Urne dann in seinem Heimatort beigesetzt.
Das Schicksal von Arigona Zogaj bewegte viele. Als ihre Familie im September 2007 abgeschoben werden sollte, tauchte die damals 15-Jährige aus Frankenburg (Bez. Vöcklabruck) unter. Zwei Wochen lang fehlte von ihr jede Spur. Mit einem emotionalen Hilferuf wandte sich Arigona dann an die Öffentlichkeit. Schließlich wurde bekannt, dass Pfarrer Josef Friedl sie im nahen Ungenach aufgenommen hatte.
Ihr Hilferuf löste Demonstrationen und eine heftige Debatte über Asyl und Bleiberecht aus. Mitschüler sammelten Unterschriften, die Gemeinde kämpfte für die Familie. Dennoch reisten das Mädchen, seine Mutter und die Geschwister im Juli 2010 freiwillig in den Kosovo aus. Später durften sie legal zurückkehren, 2012 erhielt Arigona eine Niederlassungsbewilligung. Heute lebt sie zurückgezogen, hat Wirtschaftsrecht studiert und arbeitet in der Versicherungsbranche. Seit 2023 besitzt sie die österreichische Staatsbürgerschaft.
Das Sturmtief fegte Anfang März über Oberösterreich hinweg und richtete katastrophale Verwüstungen an. Die Feuerwehren verzeichneten in der Folge 6.200 Einsätze, um die schweren Schäden zu beheben. An den zwei Tagen, an denen "Emma" wütete, rückten 10.000 Helfer aus. Insgesamt 60 Millionen Euro Schaden verursachte der Sturm in Oberösterreich. Im gesamten Bundesgebiet gab es durch "Emma" vier Tote.
Nur ein eher kurzes Vergnügen war Hans Krankls Zeit als LASK-Trainer: Ende März 2009 holte man den "Goleador" nach Linz. Doch Krankl blieb nur neun Spiele auf der Trainerbank. Seine Bilanz: drei Siege, ein Unentschieden und fünf Niederlagen. Schon vor dem letzten Saisonspiel stand fest, dass er seinen Vertrag nicht verlängern würde. Nach gut zwei Monaten war wieder Schluss – der LASK blieb Krankls letzte Trainer-Station.
Plötzlich Kreischalarm in der PlusCity: Demi Moore und Ashton Kutcher sorgten bei einer Charity-Gala im Einkaufszentrum im Bezirk Linz-Land für Ekstase bei den Fans. Das damalige Traumpaar trennte sich allerdings nur ein Jahr später.
Tragisches Ende einer einseitigen Zuneigung: Im November fiel ein 17-Jähriger in der Wohnung seiner Eltern über einen Klassenkameraden her und tötete ihn. Die Burschen hatten sich zuvor zum gemeinsamen Lernen verabredet. Der Bursch versetzte dem 16-Jährigen mehr als 20 Messerstiche und zwei Schläge mit dem Hammer. Danach wollte er sich selbst das Leben nehmen, wurde aber gerettet. Für sein Opfer kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Beim folgenden Prozess kam heraus: Der 17-Jährige hatte sich in den 16-Jährigen verliebt. Seine Gefühle wurden jedoch nicht erwidert. "Er hat gesagt, dass er nicht so empfindet", sagte der Angeklagte beim Prozess. Er wurde schließlich zu neun Jahren Haft plus Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher verurteilt. Zwei Jahre später nahm sich der Oberösterreicher in der Anstalt Gerasdorf das Leben.
Das wirklich wunderbare UNESCO-Welterbe gibt es nun "Made in China". In der Provinz Guangdong wurde eine exakte Kopie der nun nicht mehr einmaligen Salzgemeinde eröffnet. Selbst die Kanaldeckel würden die Aufschrift "Hallstatt am See" tragen, so ein Mitglied einer Delegation aus Oberösterreich, die beim Festakt mit dabei war.
Die Goldfische, die am Marktplatz der China-Version im Brunnen schwimmen, fanden viele allerdings etwas seltsam Dass wegen Hallstatt im Reich der Mitte nun weniger Chinesen nach Oberösterreich kommen, hat sich aber noch nicht gezeigt.
Eine riskante Finanzwette wurde zum jahrelangen Polit-Krimi: Wegen eines Frankenkurs-Swaps forderte die BAWAG unglaubliche 417,7 Millionen Euro von der Stadt Linz. Erst 2023 endete der teure Rechtsstreit mit einem Vergleich: Linz zahlte zwölf Millionen Euro.
Mit diesem Gegner hatte Adam Galirow wohl nicht gerechnet: Die Anwälte von Lady Gaga verlangten, dass der Unternehmer aus Mauthausen (Bez. Perg) seinen Energydrink nicht länger "GaGa" nennt. Die Pop-Queen sah eine Verwechslungsgefahr und wollte den Namen vom Markt haben. Der Oberösterreicher hielt dagegen.
Er hatte "GaGa" bereits 2011 schützen lassen – als Abkürzung für seinen Nachnamen und jenen seiner damaligen Ehefrau. Im schlimmsten Fall hätte er alle Dosen aus dem Handel nehmen müssen. Schließlich entschied das Patentamt dann aber doch für Galirow: Zwischen einer Sängerin und einem Energydrink bestehe keine Warenähnlichkeit. Lady Gaga blitzte ab, das Getränk durfte seinen Namen behalten.
Da war die Freude bei Heinz-Christian Strache und Manfred Haimbuchner enorm: Bei der Landtagswahl am 27. September 2015 verdoppelte die FPÖ ihren Stimmenanteil beinahe und kam auf 30,4 Prozent. Die FPÖ-Mandate stiegen in der Folge von 9 auf 18. Damit überholten die Freiheitlichen die SPÖ deutlich und rückten zur zweitstärksten Kraft im Land auf.
Die ÖVP blieb mit 36,4 Prozent zwar auf Platz eins, verlor aber mehr als zehn Prozentpunkte und sieben Sitze. Noch härter traf es die Sozialdemokraten: Die Partei stürzte von 24,9 auf 18,4 Prozent ab. Nach dem blauen Triumph vereinbarten der damalige ÖVP-Landeshauptmann Josef Pühringer und FPÖ-Chef Haimbuchner ein Arbeitsübereinkommen. Damit begann Schwarz-Blau in Oberösterreich. Bis heute setzen die beiden Parteien ihre Zusammenarbeit fort – inzwischen mit Thomas Stelzer als Landeshauptmann.
Für viele Linzer war sie weit mehr als nur eine Verbindung über die Donau: Die alte Eisenbahnbrücke gehörte seit ihrer Eröffnung im Jahr 1900 fest zum Stadtbild. Obwohl ihr Name anderes vermuten ließ, rollten über die "Eiserne Lady" keine Eisenbahnen, sondern Autos, Busse und Räder. Doch nach 116 Jahren war die Stahlkonstruktion in die Jahre gekommen. Eine Sanierung galt als aufwendig und teuer, über die Zukunft der Brücke wurde jahrelang heftig gestritten.
Bei einer Bürgerbefragung im Herbst 2015 stimmten schließlich 68,1 Prozent für Abriss und Neubau. Im September 2016 kam dann das endgültige Aus: Die drei jeweils rund 710 Tonnen schweren Tragwerke wurden mit einem Spezialschiff angehoben, ausgeschwommen und am Ufer zerlegt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten den spektakulären Abschied von beiden Donauufern aus. Die abgetragenen Stahlteile wurden per Schiff in den Linzer Hafen gebracht. Fünf Jahre später wurde an derselben Stelle die neue Eisenbahnbrücke eröffnet.
Ein Antiquitätenhändler stellte in seinem Garten in Traunkirchen (Bez. Gmunden) eine zwei Meter hohe Penis-Skulptur auf – direkt neben einer Kreuzwegkapelle. Hintergrund war ein Streit mit der Gemeinde: Der Mann wollte seine Villa als Kunstdepot nutzen, bekam aber eine Abfuhr. Vor der Karfreitagsprozession wurde die Skulptur allerdings verhüllt. So weit wollte der Antiquitätenhändler dann doch nicht gehen.
Abkühlung? Fehlanzeige! Der Pleschinger See in Steyregg (Bez. Urfahr-Umgebung) erreichte 2018 ganze 30 Grad – Österreich-Rekord! Im Seen-Ranking des Wetterdienstes UBIMET lag er damit auf Platz eins, noch vor der Alten Donau in Wien mit 29 und dem Turnersee in Kärnten mit 28 Grad. Die Luft war gerade einmal ein bis zwei Grad wärmer.
Wollten Linzer ins tatsächlich kühle Nass springen, mussten sie in diesem Sommer schon etwas weiter wegfahren. Passend dazu ging 2018 als heißestes Jahr in die österreichische Messgeschichte ein – dieser Rekord wurde mittlerweile freilich schon mehrmals wieder um einige Grad gebrochen.
Blutiger Zwischenfall mit tragischem Ende in einem Asylheim: Ende Oktober geriet ein 33-jähriger Afghane in der OÖ-Einrichtung in Wullowitz mit einem Betreuer in Streit. Dabei zückte er ein Messer und stach auf den 32-Jährigen ein. Das Opfer wurde schwer verletzt. Danach flüchtete Jamal Ali A. auf einem Fahrrad, sah aber nur kurze Zeit später einen Mann in seinem Auto sitzen.
Daraufhin stürzte sich der Afghane auf den 63-jährigen Altbauern und tötete ihn mit dem Messer. Dann flüchtete er mit dem Citroen des Verstorbenen weiter. Erst Stunden später wurde der Mann nach einer Großfahndung im Raum Linz gestellt. Auch der Betreuer starb später an seinen Verletzungen. Der Täter wurde wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt
Irgendwann reicht es einfach. Mehrmals wurden über die Jahre die Ortsschilder von Fucking gestohlen, eigens angereiste Männer zeigten sich für Postings auf Fotos in sehr eindeutigen Posen, der Ruf der Gemeinde war nachhaltig angekratzt. Der Grund war klar: Das alte Fucking tauchte auf internationalen Listen lustiger Ortsnamen auf. Berichte erhöhten die Bekanntheit. Daraufhin kamen die ersten Langfinger, um sich die Tafeln als Andenken zu schnappen.
Als Gegenreaktion wurden die Steher einbetoniert, doch ohne Erfolg. Weitere Schilder verschwanden. Dann hätten viele Spaßvögel Fotos in sozialen Medien gepostet, in denen der an den Geschlechtsverkehr erinnernde Name umgesetzt worden sei: "Das hat die Grenzen des guten Geschmacks überschritten", so der erboste Bürgermeister. Daher benannte sich die Gemeinde schließlich um. Der Name Fugging war in der Geschichte des Ortes schon früher vorgekommen.
Hühnereigroße Hagelkörner prasselten im Juni 2021 auf OÖ nieder. Eine 13 Kilometer breite Gewitterfront zog vom Salzkammergut Richtung Osten – und ließ auf den Feldern kaum etwas heil. Getreide, Mais, Obst und Gemüse wurden binnen Minuten zerfetzt. Rund 40.000 Hektar Agrarfläche waren betroffen. Der Schaden in nur 24 Stunden: 22 Millionen Euro. Laut Hagelversicherung war es damals das schwerste einzelne Schadensereignis ihrer Geschichte.
2022: Ein Quanten-Sprung für OÖ
Aus Ried im Innkreis nach Stockholm: 2022 holte Anton Zeilinger den Physik-Nobelpreis nach OÖ. Der Wissenschafter erhielt den prestigeträchtigen Preis gemeinsam mit zwei Forschern aus Frankreich und den USA. Sein Spezialgebiet heißt "Quantenverschränkung". Das klingt erst einmal komplizierter, als sich die Grundidee erklären lässt: Zwei winzige Teilchen gehören gewissermaßen zusammen, selbst wenn sie weit voneinander entfernt sind.
Wird eines gemessen, zeigt sich ein Zusammenhang mit dem anderen. Zeilinger und sein Team untersuchten dieses verblüffende Phänomen und zeigten außerdem, wie sich der Zustand eines Teilchens auf ein anderes übertragen lässt. Das nennt sich "Quantenteleportation". Wer jetzt schon die Koffer fürs Beamen packt, muss sie leider wieder ausräumen: Menschen portieren wie in "Star Trek" geht damit nicht.
Es war ein grausamer Tod, der eine Hobbysportlerin auf einem Feldweg bei Naarn ereilte. Als die 60-Jährige im Oktober an einer Frau mit drei American Staffordshire Terriern vorbeilief, sahen die Hunde plötzlich rot. Die Vierbeiner – allen voran der große Rüde "Elmo" – stürzten sich auf die Frau. Schwer verletzt von etlichen tiefen Bissen gab es für sie keine Rettung mehr. "Elmo" und die beiden anderen Hunde wurden auf gerichtliche Anordnung eingeschläfert. Ihre Besitzerin wurde zu bedingter Haft sowie einer Geldstrafe verurteilt.
Im Oktober 2024 erschoss ein Waidmann im Bezirk Rohrbach zwei Männer. Hunderte Polizisten suchten fünf Tage lang nach dem bewaffneten Täter, die Exekutive sprach von einer "beispiellosen" Fahndung. Schließlich wurde der 56-Jährige tot in einem Waldstück in der Nähe der Tatorte gefunden.
Der spektakulärste Unfall des Jahres ereignete sich im Süden von Linz. Dort hatte ein Lastwagen mit seinem Schwenkarm eine Fußgängerbrücke gerammt. Die krachte über dem Fahrzeug zusammen. Zwei junge Männer waren stundenlang in der Fahrerkabine eingeklemmt und wurden schwer verletzt – beide überlebten aber.
Wurde ein Chefposten vergeben, weil ein Bewerber geeignet war – oder weil er die richtigen Leute kannte? Ein Job im Finanzamt Braunau brachte die Bundespolitik vor das Linzer Landesgericht: Der damalige VP-Klubobmann August Wöginger wurde im Mai schuldig gesprochen. Laut Gericht hatte er Einfluss auf die Besetzung genommen.
Schon 2025 stand Wöginger vor Gericht, damals kam es zur Diversion. Doch diese Entscheidung wurde aufgehoben, der Prozess ging weiter. Das Urteil: sieben Monate bedingte Haft und 43.200 Euro Geldstrafe. Wöginger trat als ÖVP-Klubobmann zurück. Der Spruch ist nicht rechtskräftig.