"Heute": Hätten Sie sich vor 20 Jahren gedacht, einmal LH zu werden?
Thomas Stelzer: Nein. Ich habe mich immer darauf konzentriert, die jeweilige Aufgabe bestmöglich zu erfüllen, vor allem für die betroffenen Menschen. Alles Weitere hat sich Schritt für Schritt ergeben.
Heute ist er der oberste Politiker im Land. Dabei hatte Thomas Stelzer, heute 59 Jahre alt, als Bub ganz andere Berufspläne: Da wollte er eigentlich Feuerwehrmann werden. In den Neunzigerjahren ging es für den studierten Juristen dann Schlag auf Schlag: Ab Herbst 1991 war er Mitglied des Linzer Gemeinderates, ab Herbst 1997 Landtagsabgeordneter. Zuerst Klubchef, dann LH-Stellvertreter, folgte Stelzer 2017 Josef Pühringer als Landeshauptmann nach. Der Politiker, dem nach eigenem Bekunden langes Warten nicht liegt, lebt mit seiner Frau Bettina in Wolfern (Bezirk Steyr-Land) und hat zwei erwachsene Kinder. Der Fan von Fisch und Nudelgerichten fährt in seiner Freizeit gerne Ski und hört Musik – von Anton Bruckner bis Robbie Williams
"Heute": Welche Schlagzeile von "Heute" ist Ihnen bis heute in Erinnerung geblieben?
Thomas Stelzer: An einzelne Schlagzeilen erinnere ich mich oft weniger als an die Ereignisse dahinter. Besonders in Erinnerung bleiben jene Tage, an denen große Herausforderungen oder erfreuliche Entwicklungen unser Land geprägt haben. Ich denke etwa an die Schlagzeilen rund um die Eröffnung des neuen Linzer Musiktheaters. Das war ein Meilenstein für OÖ und ein starkes Zeichen dafür, dass wir nicht nur Wirtschafts-, sondern auch Kultur- und Lebensland sind.
"Heute": Wenn Sie an die vergangenen 20 Jahre denken: Was waren die Höhepunkte in der Entwicklung des Bundeslandes?
Thomas Stelzer: OÖ hat sich als führendes Industrie-, Export-, Forschungs- und Innovationsbundesland weiter etabliert und viele Zukunftsprojekte auf den Weg gebracht. Besonders stolz bin ich darauf, dass wir wirtschaftliche Stärke, hohe Lebensqualität und sozialen Zusammenhalt verbinden konnten. Dazu gehört auch, dass wir kulturell eine enorme Vielfalt in Top-Qualität haben.
"Heute": Und wo braucht es noch weitere Anstrengungen, um das Bundesland vorwärtszubringen?
Thomas Stelzer: Wir müssen weiter alles daransetzen, Arbeitsplätze, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern – gerade angesichts der internationalen Konkurrenz. Daher gilt es, Chancen in Bereichen wie KI, Bildung, Forschung und Infrastruktur konsequent zu nutzen.
„Wir müssen weiter alles daransetzen, Arbeitsplätze, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern – gerade angesichts der internationalen Konkurrenz.“Thomas Stelzer (ÖVP)OÖ-Landeshauptmann
"Heute": Wechsel zum Bund: Was muss die Regierung unternehmen, damit Österreich an der Spitze mitspielt?
Thomas Stelzer: Wir müssen Leistung fördern, Investitionen erleichtern, Innovationen vorantreiben und schneller werden. Dass OÖ ein attraktiver Standort ist, zeigen die großen Investitionen heimischer und internationaler Firmen – trotz aller Herausforderungen. Damit das so bleibt, braucht es wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Die Regierung hat erste Schritte gesetzt, etwa beim Industriestrompreis. Weitere müssen folgen. Denn nur mit einer starken Wirtschaft können wir Jobs sichern und Wohlstand erhalten.
"Heute": Wo sehen Sie sich selbst in 20 Jahren?
Thomas Stelzer: Ich hoffe auf möglichst viele gesunde und aktive Jahre im Kreis meiner Familie und Freunde. Und ich wünsche mir, dann in einem OÖ leben zu dürfen, das seinen erfolgreichen Weg weiter fortgesetzt hat