Eigentlich wollte er (auch sein Vater Jakob war Jurist) Richter werden. Georg Zanger begann dann im Jahr 1975 als selbstständiger Rechtsanwalt. Seine prominenten Mandanten und spektakulären Fälle als Wirtschaftsanwalt und Strafverteidiger sind Legion. Im Alter von 58 Jahren begann er mit einem Executive Master of Business Law in Wirtschaftsrecht an der Universität St. Gallen, der ihm letztlich auch das Tor nach China öffnete.
Georg Zanger: Ich war 2006 mit österreichischen Anwälten, darunter der jetzige Präsident der Anwaltskammer, in China. Selbstständige Anwälte waren damals erst etwa 15 Jahre zugelassen. Es gab 2006 aber bereits viele, die wir besuchten und zu denen wir Kontakte herstellen konnten. Westliche Marken waren damals noch schutzlos und wurden oft rechtswidrig verwendet. Es ergab sich eine Win-win-Situation für langfristige professionelle Kooperation. Heute gibt es ein sehr gutes Immaterialgüterrecht, Urheber-, Marken- und Patentrecht, das großteils von deutschen Professoren beeinflusst war.
Georg Zanger: Letztlich gründete ich 2010 mithilfe von Frau Hongge Zhang und vier österreichischen Unternehmen die ACBA, die Austrian-Chinese Business Association, als ersten Verein dieser Art – ein Netzwerk von Unternehmen aus den beiden Ländern und anderen Staaten Europas. Heute bin ich drei- bis viermal pro Jahr in China.
Zanger: Rasant. China muss dem Westen nichts nachmachen, sondern gibt das Tempo vor. Bei Technik, Bildung, Armutsbekämpfung und Umweltschutz.
Zanger: Das verstehe ich. Grunddafür sind alte Vorurteile, etwa, dass nur Städte modern seien oder im Smog versinken würden. Beides stimmt nicht, es gibt auch in entlegenen Provinzen eine Weltklasse-Infrastruktur, was dazu beigetragen hat, dass 800 Millionen Menschen aus der Armut geholt wurden, weil damit Hilfe zur Selbsthilfe möglich wurde. Smog in den Großstädten gab es lange. Durch Umweltschutz und insbesondere die vielen Elektroautos änderte sich das radikal.
Zanger: Der Rest der Welt gibt ungern zu, dass man China lange unterschätzt und die eigene Entwicklung etwas verschlafen hat. Wer mit einer unserer Delegationen ins Land reist, kommt meist nicht aus dem Staunen heraus, etwa darüber, wie frei man sich als Ausländer bewegen kann und wie gut die Infrastruktur ist.
Seit Jahren betreibt Georg Zanger ein Netzwerk mit Anwälten, Unternehmern sowie staatlichen Organisationen aus der Volksrepublik China und führt Investoren aus China nach Österreich und in andere EU-Staaten. Anfang 2010 wurde der Verein "Austrian-Chinese Business Association" (ACBA) gegründet, der den Interessenaustausch zwischen Unternehmen aus beiden Ländern auf rechtlicher Basis fördert.
Seit 2017 gibt es die European-Chinese Cultural Exchange, Education and Science Association (ECCEES), wo Zanger mit Hongge Zhang den Kultur- und Bildungsaustausch zwischen China und Europa verbessert. Sie bietet jungen Menschen die Möglichkeit zu interkulturellem Austausch. Die rechtlichen Voraussetzungen des Schüler- und Studentenaustauschs besorgt die Nadja GmbH.
Seit Kurzem gibt es unter dem Namen Zanger, Langtai & Partners eine Kooperation mit der Großkanzlei Lantai & Partners, einem Netzwerk von 1.400 Juristen an 29 Standorten in China – was in dieser Form in Europa einzigartig ist.
Zanger: Die Immobilienblase, aus der die Geisterstädte hervorgingen, sowie geringer Konsum und Arbeitslosigkeit unter gut gebildeten Jungen. Über Probleme wird dort viel offener geredet, als man bei uns glauben mag.