Die aktuellen Zahlen der Bildungsdirektion zeigen: Im Schuljahr 2025/26 besuchten an den öffentlichen Pflichtschulen Wiens 9.206 von insgesamt 113.956 Schülerinnen und Schülern dieselbe Schulstufe wie im Vorjahr. Das entspricht einem Anteil von 8,08 Prozent.
Im Schuljahr davor waren es noch 10.334 von insgesamt 112.619 Schülern beziehungsweise 9,18 Prozent. Damit ist die Zahl binnen eines Jahres um 1.128 Wiederholer gesunken – ein Minus von knapp elf Prozent. Ganz auf dem Niveau von 2023/24 ist Wien damit aber noch nicht. Damals wurden 8.203 Wiederholer bei 108.321 Schülern gezählt, ein Anteil von 7,57 Prozent.
Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den Wiener Bezirken. Die meisten Wiederholer in absoluten Zahlen gab es 2025/26 in Favoriten: Von 15.446 Schülern besuchten dort 1.439 dieselbe Schulstufe wie im Vorjahr. Das entspricht 9,32 Prozent.
Auf Platz zwei liegt die Donaustadt mit 907 Wiederholern bei 15.428 Schülern. Prozentuell sind das allerdings nur 5,88 Prozent. Danach folgt Floridsdorf: Im 21. Bezirk wiederholen 754 von 13.038 Schülern eine Schulstufe – ein Anteil von 5,78 Prozent.
Auch in der Brigittenau ist die Zahl hoch: Dort sind es 627 von 5.500 Schülern beziehungsweise 11,4 Prozent. In der Leopoldstadt werden immerhin noch 543 Wiederholer bei insgesamt 6.101 Schülern (8,9 Prozent) ausgewiesen.
Ein anderes Bild ergibt sich, wenn nicht die absolute Zahl, sondern der Anteil innerhalb eines Bezirks betrachtet wird. Hier liegt Margareten deutlich an der Spitze (wie auch bei der Anzahl an außerordentlichen Schülern). Im 5. Bezirk besuchten 262 von insgesamt 1.907 Schülern dieselbe Schulstufe wie im Vorjahr. Das sind 13,74 Prozent – also mehr als jeder achte Schüler.
Dahinter folgen Hernals mit 11,96 Prozent, Rudolfsheim-Fünfhaus mit 11,78 Prozent, Mariahilf mit 11,73 Prozent und die Brigittenau mit 11,4 Prozent. Am anderen Ende der Statistik liegt Hietzing. Dort wiederholten nur 110 von 2.305 Schülern, das entspricht 4,77 Prozent.
Auch zwischen den Schularten gibt es deutliche Unterschiede. Den höchsten Wiederholer-Anteil wiesen die Sonderschulen auf: Von 5.344 Schülern besuchten 746 dieselbe Schulstufe wie im Vorjahr – 13,96 Prozent. An Mittelschulen waren es 3.315 von 31.727 Schülern (10,45 Prozent). An Polytechnischen Schulen betrug der Anteil 9,38 Prozent. In den Volksschulen waren es bei 74.166 Kindern insgesamt 4.890 Wiederholer (6,59 Prozent).
Der Vergleich der vergangenen drei Schuljahre zeigt eine auffällige Entwicklung. 2023/24 lag der Wiederholer-Anteil an öffentlichen Pflichtschulen noch bei 7,57 Prozent. Im darauffolgenden Schuljahr sprang er auf 9,18 Prozent. 2025/26 sank er wieder auf 8,08 Prozent.
Die Bildungsdirektion weist darauf hin, dass der gesetzliche Rahmen für den Aufstieg in die nächste Schulstufe in den vergangenen Jahren mehrfach verändert worden sei. Während der Corona-Jahre waren die Regeln gelockert worden, mittlerweile sind sie wieder strenger.
Zusätzlich gelten für außerordentliche Schülerinnen und Schüler eigene Regeln für den Aufstieg. Gleichzeitig ist deren Zahl laut Bildungsdirektion infolge von Fluchtbewegungen stark gestiegen. Auch das habe zum Anstieg der Klassenwiederholungen beigetragen.
In manchen Fällen sei eine Wiederholung zudem eine gezielte pädagogische Maßnahme, um Lernrückstände aufzuholen und den weiteren Lernfortschritt zu sichern.