Die hohen Spritpreise bringen die Wiener Transportwirtschaft zunehmend unter Druck. Besonders hart trifft es Taxi- und Transportunternehmen, die täglich auf ihre Fahrzeuge angewiesen sind. Diesel kostet mittlerweile rund 2,30 Euro und damit so viel wie noch nie.
In der Taxibranche ist die Lage angespannt. Resul Ekrem Gönültas, Taxi-Obmann in der Wiener Wirtschaftskammer, spricht laut ORF von einer "zähen Stimmung". Nicht jeder Betrieb könne die hohen Kosten dauerhaft stemmen.
"Es gibt natürlich einige Unternehmer, die das nicht überleben können und die aufhören, und andere, die mit mehreren Fuhrparks unterwegs sind, die versuchen, mit ihren Rücklagen über die Runden zu kommen", sagt Resul Ekrem Gönültas im ORF.
Auch bei den Wiener Transporteuren schlagen die höheren Treibstoffkosten voll durch. Wolfgang Böhm sieht sich gezwungen, einen Teil der Mehrkosten an seine Kunden weiterzugeben. Doch das sei nicht unbegrenzt möglich.
"Wenn wir die Preise nicht weitergeben können, werden wir wohl Lkw abstellen müssen. Dann ist die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet. Wenn diese nicht mehr gewährleistet ist, geht das bis zum Lebensmittelhandel, der nicht mehr beliefert werden kann", so Böhm im ORF.
Die bestehende Spritpreisbremse reicht aus Sicht des Unternehmers nicht aus, um die zusätzlichen Belastungen im gewerblichen Güterverkehr auszugleichen. Böhm fordert deshalb eine Befreiung von der Mineralölsteuer für Transportunternehmen.
Unterstützung für eine solche Maßnahme kommt auch von Blaulichtorganisationen. Das Wiener Rote Kreuz erklärt: "Eine Befreiung von der Mineralölsteuer für Einsatzfahrzeuge wäre eine wirkungsvolle Maßnahme, um die gestiegenen Treibstoffkosten abzufedern."
Auch die Wiener Taxibranche fordert eine Befreiung von der Mineralölsteuer. Gleichzeitig drängt sie auf eine Anpassung des Taxitarifs: "Wir sind abhängig von dem Tarif, den die Stadt Wien verordnet. Seit 2023 haben wir leider keinen angepassten Tarif, mit dem wir damit sozusagen auch wirtschaften können", kritisiert Gönültas.