Es ist ein kurioses Gerichts-Duell, das sich am Dienstag am Wiener Landl abspielen wird. Der verhinderte Swift-Terrorist Beran A. verlangt nämlich eine Entschädigung von Walt Disney bzw. dem Streaming-Giganten Disney+, wie die "Krone" berichtet.
Die Vorgeschichte: Im August 2024 sollte US-Superstar Taylor Swift im Rahmen ihrer Eras-Tournee in Wien auftreten. Gerade da wollte der 21-jährige IS-Fan aus Niederösterreich zuschlagen. Der Anschlag konnte jedoch vereitelt werden und Beran A. wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Die Tournee von Swift wurde durch die sechsteilige Dokuserie "The End of an Era" begleitet und Ende 2025 auf Disney+ veröffentlicht. Dabei waren natürlich auch die Konzert-Absagen und der geplante Anschlag in Wien Thema. Im Zuge dessen wurden Ausschnitte von Medienberichten eingeblendet.
Auf diesen sei das Haus der Familie des 21-Jährigen samt Straßenschild zu sehen gewesen, sagte Ulrike Zeller von der Wiener Kanzlei Suppan und Partner gegenüber der Tageszeitung. Genau diese Sequenzen sollen nun Grund für die Verhandlung am Dienstag sein.
Laut Zeller gebe es nämlich "klare Grenzen". Damit verweist sie auf Persönlichkeitsrechte des verhinderten Terroristen. Diese seien durch die Dokureihe verletzt worden. Es geht um den § 7a des österreichischen Mediengesetzes "Schutz vor Bekanntgabe der Identität in besonderen Fällen" nach dem Beran A. nun einen Entschädigungsanspruch haben könnte.
Darüber ob dies wirklich der Fall sei und wie hoch dieser ausfällt, muss das Wiener Straflandesgericht entscheiden. Relevant für die Höhe ist unter anderem die Reichweite der Veröffentlichung. Im Falle der Swift-Doku ist diese natürlich enorm.
Persönlich wird Beran A., der als Privatankläger auftritt, nicht zur Verhandlung vorgeführt werden. Auch Disney-Verantwortliche aus den USA werden bei dem Prozess nicht erwartet. Der Konzern lässt sich von einer bekannten Wiener Anwaltskanzlei vertreten, heißt es in dem Bericht.