Im traditionsreichen Leopoldistüberl beginnt ein neues Kapitel: Nena Nguyen und Jaeho Lee erfüllen sich hier gerade ihren großen Traum: ein authentisches koreanisches Restaurant mitten in der Linzer Innenstadt. Im Gespräch mit "Heute" erzählt das Paar, dass sie viel mehr wollen, als einfach nur ein neues Lokal aufsperren.
Jaeho, geboren in Südkorea und seit seinem 16. Lebensjahr in der Gastro, erfüllt sich damit einen langjährigen Wunsch: "Es war immer mein großer Traum, mich im Gastgewerbe selbstständig zu machen." Dass er und Nena nicht das nächste Standard-Asia-Lokal eröffnen, war ihnen von Anfang an klar.
Auf ihrer Karte steht echte koreanische Küche – ohne Kompromisse. Denn: Hierzulande werde der Geschmack meistens an den österreichischen Gaumen angepasst. Sprich: weniger scharf und "es schmeckt einfach anders". Genau das wollen sie nicht machen: Serviert wird zum Beispiel Bibimbap – eine Reisbowl mit Gemüse und Fleisch. Außerdem koreanisch mariniertes Rindfleisch oder scharf gebratenes Schwein.
Obwohl Bao-Buns streng genommen kein klassisch koreanisches Gericht sind, haben Nena und Jaeho die gedämpften Teigtaschen bewusst ins Konzept aufgenommen. Oben entsteht ein Restaurant mit authentischer koreanischer Küche, unten ein Bereich speziell für Bao-Buns – ideal für Menschen, die schnell etwas mitnehmen möchten.
Dass die beiden für ihr Vorhaben ein geschichtsträchtiges Haus gefunden haben, war ihnen am Anfang übrigens gar nicht so bewusst: "Ich habe gewusst, dass es vorher ein Wirtshaus war, aber nicht, dass es so ein altes Gebäude ist", sagt Jaeho. Darauf müssen – und wollen – die beiden auch bei der Renovierung Rücksicht nehmen: Die Fassade bleibt komplett erhalten, auch im Innenbereich behält das Paar viel vom urigen Stil des Gebäudes.
Auch der Name steht schon fest: "Imo" – koreanisch für "Tante". "Wenn man bei uns in Korea essen geht, sind die meisten Servicekräfte ältere Damen, die nennen wir Imo", erklärt Jaeho. Das soll Wärme und ein familiäres Gefühl vermitteln.
Was diese Restaurant-Übernahme besonders macht, ist aber weniger die Speisekarte als vielmehr die Herangehensweise: Die beiden sind jung, digital – und setzen stark auf Social Media. Nena, die auf Instagram fast 23.000 Follower hat, dokumentiert die gesamte Entstehung des Lokals auf ihren Kanälen.
"Gleich das erste Video ist ziemlich viral gegangen, obwohl wir noch gar nicht aufgesperrt haben, das hätten wir uns nicht gedacht", erzählt die 27-Jährige. Seit Mitte November gehört ihnen das Leopoldistüberl, seitdem wird durchgehend renoviert. Eröffnet wird spätestens Anfang Jänner, aber "hoffentlich noch vor Weihnachten". Was sie antreibt, fasst Nena so zusammen: "Linz hat so viel Potenzial. Es braucht einfach jemanden, der ein bisschen Gas gibt."