Österreichisches Konzept

Dieses Wohnhaus braucht keine Heizung mehr

In Bayern steht ein Wohnhaus, das ohne klassische Heizung auskommt. Das Konzept stammt aus Vorarlberg und nutzt Sonnenwärme und Beton.
Technik Heute
12.06.2026, 18:02
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Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) Ingolstadt hat ein besonderes Bauprojekt gestartet. Das dreigeschossige Gebäude mit 15 Wohnungen kommt komplett ohne zentrale Heizungs- und Lüftungsanlage aus. Stattdessen setzen die Planer auf massive Wände und Decken aus Ziegel und Beton, die Wärme speichern.

Die Wärme entsteht durch Sonneneinstrahlung, die Bewohner selbst und Elektrogeräte. Sensoren überwachen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Werte. Falls nötig, öffnen sich automatisch kleine Fenster.

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Wie chip.de unter Berufung auf das Handelsblatt berichtet, ist die Idee nicht ganz neu. In Lustenau in Vorarlberg gibt es bereits ein ähnliches Bürogebäude des Architektenbüros Baumschlager Eberle. Dort hält sich die Innentemperatur seit über zwölf Jahren konstant zwischen 22 und 26 Grad - ohne klassische Heizung.

Österreichisches Vorbild überzeugte Bayern

Die Fenster sind tief in die Fassade eingelassen. So kommt im Sommer kein direktes Sonnenlicht ins Haus, was die Räume kühl hält. Nachts sorgen automatisch geöffnete Fenster für Abkühlung. Im Winter fällt die tief stehende Sonne in die Räume und liefert zusätzliche Wärme.

Komplett ohne Absicherung ist das Projekt nicht geplant. Sollte es im Winter tatsächlich mal zu kalt werden, steht eine elektrische Fußbodenheizung bereit - aber nur als Notfalllösung. Warmwasser wird dezentral über Durchlauferhitzer erzeugt, den Großteil des benötigten Stroms liefert die Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Baukosten zehn Prozent günstiger als geplant

Die Baukosten für das Ingolstädter Wohnhaus liegen bei rund 6,5 Millionen Euro. Vermutlich wird es am Ende sogar rund zehn Prozent günstiger. Finanziert wird das Ganze als eines von 19 Pilotprojekten, die der Freistaat Bayern fördert.

Das Interesse an den 15 Wohnungen ist groß. Allerdings passt das Konzept nicht zu jedem Lebensstil. Geschäftsführer Alexander Bendzko stellt klar: "Wer ständig die Fenster aufreißt, wird mit diesem Haus nicht glücklich." Denn das System funktioniert nur, wenn die automatische Steuerung für Temperatur und Luftaustausch nicht gestört wird.

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