Die EU arbeitet an einer digitalen Währung, die US-Zahlungsriesen Paroli bieten soll. Aktuell werden über 60 Prozent aller Kartenzahlungen in der Eurozone von nur zwei US-Anbietern abgewickelt: Visa und Mastercard. Der digitale Euro soll hier ein Gegengewicht bilden – als öffentliches Gut, das auf europäischen Werten basiert.
Jetzt melden sich die deutschen und die französischen Datenschutzbehörden zu Wort und fordern einen echten Offline-Modus für das digitale Geld. Dabei würde Geld lokal auf dem Smartphone oder einer Karte gespeichert und könnte ohne Netzverbindung von Gerät zu Gerät fließen.
Wie "heise.de" berichtet, würden bei dieser Token-Architektur keine Zahlungshistorien bei zentralen Stellen entstehen. Die Transaktion bliebe so privat wie der Tausch eines 10-Euro-Scheins auf dem Flohmarkt.
Ein wichtiger Punkt: Der digitale Euro soll nicht programmierbar sein. Anders als etwa der digitale Yuan in China wird es keine Verfallsdaten oder Einschränkungen auf bestimmte Warengruppen geben. Damit bleibt er ein neutrales Zahlungsmittel.
Für den Online-Modus fordern die Datenschützer eine strikte Pseudonymisierung. Die Zentralbanken sollen zwar die Infrastruktur betreiben, dürfen aber nie die Identität der zahlenden Personen sehen.
Die EZB prüft derzeit Obergrenzen zwischen 500 und 3.000 Euro für das Halten digitaler Euro. Ab Anfang 2027 sollen technische Beta-Versionen unter realen Bedingungen getestet werden. Läuft alles nach Plan, könnten Bürger der Eurozone ab 2029 mit dem digitalen Euro bezahlen.