Neustart in der Luxusmode

Dior & Chanel: Schreiben die neuen Designer Geschichte?

Zwei Designer, zwei Visionen: JW Anderson bei Dior und Matthieu Blazy bei Chanel starten Neubeginne bei den größten Luxusmarken der Welt.
Maria Ratzinger
19.10.2025, 22:52
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Es passiert nicht oft, dass die Modewelt kollektiv den Atem anhält. Doch genau das ist in diesem Jahr passiert. Zwei große Namen übernehmen zwei noch größere Häuser: JW Anderson bei Dior und Matthieu Blazy bei Chanel.

Für die Mode ist es ein Erdbeben. Denn beide stehen für das, was Luxus seit Jahren vermisst hat: echte Kreativität und Mut, die Regeln zu brechen. Und das haben sie eindrucksvoll bei der Paris Fashion Week bewiesen.

Dior wird wild

JW Anderson, bekannt für seine verrückten Ideen bei Loewe, bringt frischen Humor zu Dior. Statt steifer Eleganz zeigt er, dass Mode auch Spaß machen darf. Seine Entwürfe sind verspielt, bunt, manchmal absurd – aber immer mit Haltung.

Die einstige Strenge des Hauses bekommt plötzlich Bewegung. Drapierte Stoffe, neue Formen, mutige Farben: Anderson verwandelt Dior in ein modernes Abenteuer. Es ist, als würde jemand das Korsett der Tradition aufreißen und Christian Diors Erbe mit einem Augenzwinkern, aber viel Demut neu interpretieren.

Chanel bekommt Seele

Und dann ist da Matthieu Blazy, der neue Kopf bei Chanel. Seine Vision ist weniger laut, dafür tiefgründiger. Er liebt Handwerk, Stoffe, Struktur – aber auch das Gefühl, das Kleidung auslöst. Unter seiner Führung wird Chanel ruhiger und reduziert seine Logo-Präsenz gewaltig. Blazy zeigt, dass Luxus nicht immer glitzern muss, um zu leuchten.

Als Matthieu Blazy als neuer Kreativchef vorgestellt wurde, reagierten viele Fans empört: "Er designt doch gar nicht wie Chanel!" Genau das ist der Punkt. Denn die Marke hatte sich in den letzten Jahren zu sehr im Kreis gedreht – mehr "Logo-Mania" als Leidenschaft. Blazy will die Uhr zurückdrehen, aber nicht nostalgisch, sondern ehrlich und weniger plakativ.

Lagerfeld war gestern

Es ist definitiv der Beginn einer neuen Ära für beide Modehäuser. Lichtblicke braucht auch die Luxusbranche, denn diese steckt gerade mitten in der Krise.

Zu hohe Preise in den letzten Jahren, zu wenig neue Ideen und eine Verwässerung der Markenphilosophien standen bei Mode-Profis häufig in der Kritik. Ob man jetzt das Ruder herumreißen und in eine neue Richtung aufbrechen kann, wird sich zeigen.

{title && {title} } mia, {title && {title} } 19.10.2025, 22:52
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