Ein schockierender Fall erschüttert derzeit Tirol: Ein siebenjähriges Mädchen ist extrem abgemagert und mit einer schweren Hautkrankheit in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Eltern – die Mutter (40) und der Vater (35) – wurden wegen des Verdachts der groben Vernachlässigung festgenommen.
Das Kind wurde Ende April in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus gebracht – so geschwächt, dass es laut Zeugenaussagen in einem Kinderwagen geschoben werden musste. Der Zustand des Mädchens sei mittlerweile stabil, es liege im Krankenhaus in Innsbruck.
Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, sei das Mädchen nie zur Schule gegangen. Angeblich sei es zu Hause unterrichtet worden. Niemand im kleinen Dorf im Tiroler Oberland will etwas von der Verwahrlosung mitbekommen haben.
Nachdem die Eltern ihre Tochter zu den Ärzten brachten, verschwanden sie zunächst. Erst drei Tage später meldeten sie sich. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ordnete daraufhin ihre Festnahme an.
"Das Dorf ist in einem Schockzustand. Es sind unzählige Gerüchte im Umlauf, aber keiner weiß, was wirklich dahintersteckt", sagte der Bürgermeister der Gemeinde. Der Vater sei im Ort aufgewachsen und bekannt gewesen, er habe sogar in einer Musikkapelle gespielt.
Am Dienstagnachmittag wurde die U-Haft für beide Elternteile verhängt. Diese wird in zwei Wochen neu geprüft. Zum Schutz des Kindes und wegen der laufenden Ermittlungen wollten die Behörden den genauen Wohnort der Familie bislang nicht bekannt geben.