Im spektakulären Cold Case um den Mord an einer Studentin aus dem Jahr 2005 geht der Rechtsstreit in die nächste Runde. Gegen einen 42-jährigen Mann, einen ehemaligen Studienkollegen des Mordopfers, wurde erneut Mordanklage erhoben – nun wehrt sich seine Verteidigung.
Dem 42-Jährigen wird vorgeworfen, die Studentin in den frühen Morgenstunden des 23. Juni 2005 in Innsbruck mit zwei Messerstichen in Brust und Rücken getötet zu haben. Die Leiche wurde damals blutüberströmt von einer Pensionistin im Rapoldipark bei einer Telefonzelle gefunden.
Der Anwalt des in Australien lebenden Beschuldigten hat Einspruch angekündigt und will die Anklage aus formalen Gründen prüfen lassen. Im Zentrum steht die Frage, ob der Mann überhaupt ein zweites Mal verfolgt werden darf.
Der Verdächtige war bereits 2013 am Flughafen Wien Schwechat von sogenannten "Cold Case"-Experten des Bundeskriminalamtes festgenommen worden. Nach sieben Wochen kam er jedoch wieder frei, weil sich der Tatverdacht damals nicht ausreichend erhärtete.
Jetzt stützt sich die Anklage erneut auf DNA-Spuren – konkret auf eine Zigarettenhülse am Tatort. Die Staatsanwaltschaft sieht darin einen klaren Hinweis auf seine Anwesenheit.
Die Verteidigung hält dagegen und verweist auf den Grundsatz "ne bis in idem". Außerdem wird argumentiert, dass die entscheidende Spur schon damals bekannt gewesen sei. Der 42-Jährige will bei einer möglichen Verhandlung persönlich nach Innsbruck kommen.