Es ist ein leiser Aufschrei – aber mit klarer Botschaft: Die Unterstützung für Menschen mit Down-Syndrom schrumpft. Ausgerechnet dort, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird. In Vorarlberg berichten Betroffene von spürbaren Einschnitten – mit direkten Folgen für Familien und Kinder – berichtet der ORF.
Rund 600 Menschen mit Down-Syndrom leben im Bundesland. Für viele ist der Down-Syndrom-Verein Vorarlberg eine wichtige Anlaufstelle. Doch selbst dort merkt man: Die Möglichkeiten werden weniger.
Die Sparmaßnahmen treffen besonders den Alltag der Kinder. "Die Assistenzstunden in den Schulen sind nicht mehr gewährleistet", sagt Vorstandsmitglied Martina Natter. Die Konsequenz: Viele Familien sehen sich gezwungen, ihre Kinder ins Sonderpädagogische Zentrum (SPZ) zu geben – obwohl das eigentlich nicht dem Gedanken der Inklusion entspricht.
Gerade Eltern, die ihre Kinder bewusst im Regelschulsystem halten wollen, stehen damit vor schwierigen Entscheidungen. Der Druck steigt – und mit ihm die Sorge um die Zukunft der Kinder.
Offiziell wird mit Bürokratieabbau argumentiert. Für Natter greift das zu kurz. "Die Frage ist eher, ob es so viel Bürokratie abzubauen gibt oder ob nicht vielmehr Leistungen gekürzt werden", stellt sie klar.
Der Verein selbst spürt die Einschnitte ebenfalls: Das Angebot sei "spürbar geschrumpft". Dabei sind die Anfragen vielfältig – von werdenden Müttern bis zu Familien mit frisch geborenen Kindern mit Down-Syndrom.
Am 21. März, dem Welt-Down-Syndrom-Tag, setzt der Verein ein Zeichen. In Götzis findet von 10 bis 12 Uhr ein inklusiver "Kids-Athletics-Sportvormittag" statt. Ein bewusst positives Signal – trotz wachsender Sorgen.
Doch hinter der Aktion steht eine klare Botschaft: Ohne ausreichende Unterstützung droht die Inklusion Schritt für Schritt zurückgedrängt zu werden.