Die Schweiz glaubt an die WM-Sensation gegen Argentinien.
2014, 2018 und 2022 standen die Eidgenossen immer im Achtelfinale. Jetzt wollen sie den Weltmeister ausschalten und ins Halbfinale einziehen. Warum sind unsere Nachbarn bei Großevents seit 20 Jahren besser als wir?
Ich habe selbst drei Saisonen in der Schweiz gespielt, gewann mit dem FC Basel drei Meistertitel. Niveau, Talente, Stadien – das Level ist ähnlich wie in Österreich.
Die Schweiz hat so wie wir neun Millionen Einwohner – und steht jetzt unter den besten Acht. Nein, die aktuellen Schweizer Teamspieler sind nicht besser als unsere. In der Abwehr sehe ich Österreich sogar im Vorteil.
Die Schweiz baut mit Kobel, Akanji, Xhaka und Embolo auf eine stabile Achse. Sie haben mehr Erfahrung bei Turnieren – das größte Plus! Da hat Österreich den richtigen Weg eingeschlagen.
Xhaka ist der Dreh- und Angelpunkt im Schweizer Spiel. Er bildet mit Freuler eine routinierte Doppel-Sechs, trägt das Spiel nach vorne. Dabei macht er kaum tiefe Läufe, kommt bei der WM mit dem starken linken Fuß selten zu Torabschlüssen. Aber er dirigiert, kontrolliert das Spiel und sorgt für gepflegten Fußball.
Ich bin überzeugt, dass Xhaka unter Ralf Rangnick nicht so spielen würde. Der ÖFB-Teamchef fordert, dass der Ball schnell vertikal gespielt wird. Das heißt auch, dass der Ball immer wieder rasch verloren geht – und das Jagen zu oft von vorn beginnt. Da hat Österreich Luft nach oben.
Bei den Stars von morgen ist uns die Schweiz voraus: Manzambi ist Newcastle mit seinen 20 Jahren 60 Millionen wert. So ein Juwel hat Österreich nicht.