Die FIFA war zuletzt in aller Munde. Und das nicht, weil bei der Weltmeisterschaft alles nach Plan gelaufen ist – eher im Gegenteil. So sorgte die zurückgenommene Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun für das Achtelfinale gegen Belgien für weltweite Entrüstung. Denn im Vorfeld hatte US-Präsident Donald Trump FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen. Das eigentlich unabhängige FIFA-Gremium hob die Sperre des US-Spielers dann auf. Trotzdem scheiterten die US-Amerikaner – 1:4.
All das öffnete freilich Tür und Tor für weitere Spekulationen. So hat sich etwa Ägyptens Verband nach dem denkbar knappen Aus gegen Argentinien (2:3) lautstark über die Schiedsrichterleistung beschwert, gar Manipulationsvorwürfe in den Raum gestellt. Die letzten Tage waren also turbulent.
Doch andere Dinge, die der Weltverband vor der WM eingeführt hat, haben durchaus Wirkung gezeigt. Denn vor dem Start des Mega-Turniers hatte sich die FIFA dem Kampf gegen das Zeitspiel verschrieben. So gilt seit Anfang Juni ein Countdown von fünf Sekunden für Abstöße und Einwürfe. Nach Ermessen des Schiedsrichters hält dieser den Arm in die Luft und zeigt fünf Sekunden an, zählt diese dann runter. In dieser Zeit muss der Abstoß oder der Einwurf erfolgen. So soll langes Zeitschinden verhindert werden.
Und das hat bisher durchaus gut funktioniert, wie auch eine Analyse von Statistik-Anbieter "Opta" zeigt.
So hat sich etwa die durchschnittliche Zeit, die es dauert, bis der Ball bei einem Abstoß wieder ins Spiel gebracht wird, von 27,7 Sekunden bei der WM vor vier Jahren auf 23,6 Sekunden bei der diesjährigen Ausgabe verringert. Das macht eine Zeitersparnis von rund einer Minute, nachdem es bei einem Spiel durchschnittlich eine niedrige zweistellige Anzahl an Abstößen gibt.
Noch deutlicher ist es bei den Einwürfen. Da ist durch die neue Regel die durchschnittliche Zeit pro Einwurf von 15,7 Sekunden bei der WM vor vier Jahren in Katar auf 13,3 Sekunden bei der diesjährigen Auflage gesunken. Gut zwei Sekunden an Zeitersparnis hört sich zwar nicht viel an, bei durchschnittlich 36 Einwürfen pro Spiel summiert sich die Zeitersparnis aber auf 2:45 Minuten.
Das macht in Summe knapp vier Minuten pro Spiel mehr Fußball. Etwa die Zeit, die die neu eingeführten Trinkpausen verbrauchen. Diese dauern mindestens drei Minuten. Aber die werden dann freilich wieder in den überlangen Nachspielzeiten eingespielt. Danke, FIFA!