Gegen 22.30 Uhr kam es in einem Wohnhaus im Bereich Wipplinger Straße/Färbergasse in der Inneren Stadt zu einem folgenschweren Teileinsturz. In drei Geschoßen brachen Decken ein – "Heute" berichtete.
Feuerwehr und Berufsrettung Wien rückten mit einem Großaufgebot an. Die Berufsrettung war mit zahlreichen Teams vor Ort, darunter auch die Sonder-Einsatz-Gruppe (SEG), und übernahm die medizinische Einsatzleitung.
Besonders dramatisch verlief die Rettung einer 57-jährigen Bewohnerin. Sie wurde durch den Einsturz verschüttet und war für die Einsatzkräfte zunächst nur schwer erreichbar. Feuerwehrsprecher Martin Hofbauer berichtete dem ORF, dass der Schutt unter schwierigen Bedingungen weggeräumt und vorsichtig angehoben werden musste.
Weil sich die Bergung über mehrere Stunden zog, wurden Spezialkräfte der Seiltechnik-Einsatz-Gruppe (STEG) direkt zu der eingeschlossenen Frau geschickt. Zwei Mitarbeiter kümmerten sich während der Rettungsaktion um die 57-Jährige und versorgten sie noch in den Trümmern notfallmedizinisch. Unter anderem erhielt sie Schmerzmittel.
Erst Stunden später gelang es, die schwer verletzte Frau stabil aus dem Trümmerkegel zu retten. Sie erlitt mehrere Frakturen und Prellungen und wurde anschließend in den Schockraum eines Krankenhauses gebracht.
Auch ein 60-jähriger Bewohner stürzte beim Einsturz mehrere Meter beziehungsweise zwei Stockwerke in die Tiefe. Er kam vergleichsweise glimpflich davon und erlitt Prellungen und Abschürfungen. Nach der notfallmedizinischen Erstversorgung wurde auch er in eine Klinik gebracht.
Eine 88-jährige Frau musste ebenfalls ins Krankenhaus. Sie klagte nach der massiven Staubentwicklung über Atembeschwerden und wurde zur weiteren Abklärung eingeliefert. Insgesamt wurden drei Bewohner verletzt und hospitalisiert.
Insgesamt betreute die Berufsrettung 17 Betroffene. Mehrere Menschen litten aufgrund der enormen Staubentwicklung unter Atembeschwerden. Sie wurden in Großraumbussen der Berufsrettung versorgt. Für betroffene Bewohner konnten außerdem Notunterkünfte organisiert werden.
Parallel zur Rettungsaktion ließ die Feuerwehr auch die angrenzenden Häuser evakuieren, da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass dort ebenfalls Einsturzgefahr bestand. 14 Personen mussten vorsorglich ins Freie gebracht werden.
Für Feuerwehr und Rettung war der nächtliche Großeinsatz am Montagmorgen beendet. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung. Laut Polizeisprecherin Julia Schick hatten in dem Gebäude Bauarbeiten (Ausbau des Dachgeschoßes, Anm.) stattgefunden. Die genaue Ursache des Einsturzes ist Gegenstand der Ermittlungen.