Er plante mit 14 Jahren einen Anschlag auf den Wiener Westbahnhof, wurde zweimal verurteilt und ist nun wieder vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Der mittlerweile 16-jährige Wiener steht nach den vorliegenden Angaben unter ständiger Beobachtung. Wie aufwendig diese sein soll, sorgt jetzt für politische Kritik.
Der Jugendliche war im Februar 2025 erstmals wegen seiner Anschlagspläne bekannt geworden. Er hatte sich über TikTok radikalisiert. Ermittler stellten Skizzen des Westbahnhofs sicher, auf denen auch Strichmännchen mit Macheten und Maschinengewehren zu sehen waren.
Eine weitere Zeichnung zeigte eine Anleitung für eine Bombe. Im Keller des Wohnhauses wurden Aluminiumrohre, Tischbeine, Klebeband und eine Flagge mit dem islamischen Glaubensbekenntnis gefunden.
Auch Nachrichten des Jugendlichen wurden sichergestellt. In einem Chat mit einem Gleichgesinnten schrieb er laut "Krone": "Ich werde ein Blutbad anrichten und jeden erstechen, der mir in die Quere kommt."
Nach seiner ersten Verurteilung kam der Jugendliche im vergangenen Herbst auf Bewährung frei. Nur vier Wochen später wurde er erneut festgenommen.
Der damals 15-Jährige wollte sich ein zwölf Zentimeter langes Kampfmesser in einem Army-Shop kaufen. Sein Cousin besorgte das Messer, während der Jugendliche vor dem Geschäft wartete.
Im März dieses Jahres stand der Jugendliche erneut vor demselben Richter. Auf seinem beschlagnahmten Handy fanden sich Suchanfragen zu Messern, Nagel- und Rohrbomben sowie "Machete kaufen" und "Axt kaufen".
Im Prozess erklärte der Jugendliche laut Bericht damals: "Ich will als Märtyrer auf dem Weg Gottes sterben. Wer will das nicht?"
Nach dem zweiten Schuldspruch kam der Jugendliche in die Justizanstalt Klagenfurt. Ende August wurde der mittlerweile 16-Jährige erneut vorzeitig entlassen.
Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst spricht laut den vorliegenden Informationen von "geeigneten Maßnahmen". Nach Angaben der FPÖ soll die Überwachung des Jugendlichen allerdings erheblichen Personalaufwand verursachen. Demnach seien pro Tag 20 Polizisten für die Beobachtung notwendig. Auch die Cobra soll jederzeit auf Abruf sein.
Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete und Polizeigewerkschafter Reinhold Maier kritisiert in der "Kronen Zeitung" die Situation scharf: "Die Justiz hat hier zweimal unverantwortlich gehandelt – und ausbaden müssen es die Polizisten."
Der 16-Jährige ist damit erneut auf freiem Fuß. Laut FPÖ bindet seine Überwachung nun täglich zahlreiche Polizisten.