Wer in Wien eine neue Hüfte oder ein künstliches Kniegelenk braucht, soll künftig schneller und einfacher zu einem OP-Termin kommen. Seit Mai 2026 gibt es dafür die neue Plattform op-termin.wien. Patienten können sich dort online oder über die Gesundheitsberatung 1450 anmelden.
Voraussetzung ist eine fachärztliche Überweisung für einen Hüft- oder Kniegelenksersatz. Anschließend können Patienten ihre Zuweisung hochladen und entscheiden, ob sie möglichst rasch operiert werden wollen – oder lieber auf einen Termin in ihrer Wunschklinik warten.
"Bei einer Hüft- oder Knie-OP soll für Patienten nicht entscheidend sein, wie gut sie sich im Gesundheitssystem auskennen. Der Zugang muss leicht, transparent und fair sein", so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SP) am Montag im Wiener Rathaus.
Die ersten Ergebnisse der neuen Plattform liegen bereits vor. In der Testphase wurden mehr als 245 OP-Termine und über 460 Erstgespräche vereinbart. In der Regel finden die Erstgespräche innerhalb von 21 Tagen statt. Wer bei der Wahl der Klinik flexibel ist, kann auch deutlich schneller drankommen. Die ersten 25 Operationen wurden bereits durchgeführt. Pro Jahr können über die Plattform knapp 3.000 Erstgespräche vergeben werden.
Wie schnell es gehen kann, zeigt der Fall von Manfred B. Der 67-Jährige meldete sich im Juli über die Gesundheitsberatung 1450 an. Schon wenige Tage später hatte er sein Erstgespräch. Im August wurde er schließlich im Herz-Jesu Krankenhaus an der Hüfte operiert. "Ich hatte Glück im Unglück. Weil ein anderer Patient ausgefallen ist, konnte ich noch schneller operiert werden. Die Anmeldung war einfach und hat super funktioniert", erzählt der Pensionist. Mittlerweile kann der Wiener wieder gut gehen und ist mit seiner Behandlung zufrieden.
An der neuen Plattform beteiligen sich insgesamt fünf Wiener Spitalsstandorte. Vom Wiener Gesundheitsverbund sind die Klinik Donaustadt, die Klinik Floridsdorf und der Standort Penzing der Klinik Ottakring dabei. Die Vinzenz-Kliniken beteiligen sich in Wien mit dem Herz-Jesu Krankenhaus und dem Orthopädischen Spital Speising.
"Für Patienten soll nicht entscheidend sein, welcher Träger hinter einer Klinik steht", so so David Pötz, Geschäftsführer der Vinzenz Kliniken Wien. "Entscheidend ist, dass sie möglichst einfach zur passenden Versorgung kommen. Besonders schön ist es, dass mit op-termin.wien beides möglich wurde: Die Digitalisierung deutlich voranzutreiben und gleichzeitig die Selbstbestimmung der Patienten durch einen einfachen und klaren Prozess und durch die Freiheit bei der Klinik-Wahl zu stärken", so Pötz.
Die Plattform übernimmt dabei die Vermittlung bis zum Erstgespräch in der Ambulanz. Danach kümmert sich die jeweilige Klinik um die weitere Behandlung, die konkrete OP-Planung und die Festlegung des Operationstermins. In Österreich werden jährlich rund 40.000 künstliche Hüft- und Kniegelenke eingesetzt. Mit der neuen Plattform soll zumindest für Wiener Patienten der Weg zur Operation einfacher werden.