Drogen-Ermittlungen gegen Salvinis rechte Hand

Matteo Salvini, Vorsitzender der rechten Lega-Partei
Matteo Salvini, Vorsitzender der rechten Lega-ParteiAlfonso Di Vincenzo / PA / picturedesk.com
Kurz vor den Kommunalwahlen in Italien dürfte ein Skandal rund um Salvinis Social-Media-Chef für einen gewaltigen Image-Schaden gesorgt haben.

Kommenden Sonntag und Montag stehen in Italien die Kommunalwahlen an. Kein guter Zeitpunkt, um als Politiker schlechte Publicity zu erhalten. Doch genau das ist für Matteo Salvini, den Vorsitzenden der rechten Lega-Partei, der Fall.

 Ein Drogen-Skandal erschüttert seine in Rom mitregierende Rechtspartei Lega.

Gegen den seit 2013 als Medienguru an Salvinis Seite stehenden 48-jährigen Luca Morisi wird, wie am Montag bekannt wurde, wegen Drogenhandels ermittelt. Erst vergangenen Woche hatte er überraschend auf seinen Posten als Kommunikationsverantwortlicher des Lega-Chefs verzichtet und dabei "private Gründe" angegeben.

Matteo Salvini mit seinem Social-Media-Chef Luca Morisi
Matteo Salvini mit seinem Social-Media-Chef Luca MorisiScreenshot YouTube

Jugendliche verpetzten ihn 

Wie unter anderem die römische Tageszeitung "La Repubblica" berichtet, wurden in der Wohnung Morisis bei einer Durchsuchung Drogen beschlagnahmt. Belastet wurde jener zuvor von Jugendlichen, die berichtet hatten, von Morisi Rauschgift gekauft zu haben. Die Ermittlungen laufen noch.

Morisi entschuldigte sich bei seiner Partei und seiner Familie für "meine Schwäche und meine Fehler". 

"Ich habe kein Verbrechen begangen, aber die persönliche Angelegenheit, die mich betrifft, stellt einen schweren Sturz dar", so Morisi.

"Ungelöste existenzielle Probleme"

Weiters beichtete er, es handele sich um einen sehr schmerzhaften Moment in seinem Leben, "der ungelöste existenzielle Probleme offenbart, denen ich in nächster Zeit so viel Zeit wie möglich widmen muss, wobei ich auf die Unterstützung und Zuneigung der Menschen zähle, die mir am nächsten stehen."

Morisi hatte mit einem jungen und effizienten Team von Kommunikationsexperten effektheischende Slogans entworfen, die in den vergangenen Jahren bei der Wählerschaft besonders gut ankamen. Das Team nannte sich "Die Bestie".

Schlag gegen Image

Einen schweren Schaden dürfte der Zwischenfall für Salvinis Image bedeuten. Jener hatte sich besonders den Kampf gegen den Drogenhandel in den italienischen Städten zum Ziel gesetzt.

Am 3. und 4. Oktober sind Kommunalwahlen in 1300 italienischen Gemeinden, darunter, Rom, Mailand, Turin, Neapel und Bologna, bei denen die Rechtsparteien um die Lega gut abzuschneiden hoffen. Wie sehr der Skandal rund um Morisi Salvini und seiner Partei geschadet hat, wird sich also demnächst zeigen.

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