Über die Tiefgarage eines Einkaufszentrums gelangten bisher immer wieder ungebetene Besucher in das Hochhaus in der Fanny-von-Lehnert-Straße. Drogenkonsum, zurückgelassener Unrat und andere Hinterlassenschaften sorgten bei den Bewohnern für massive Probleme. Jetzt zieht die Hausverwaltung Konsequenzen: Massive Metallgitter versperren neuerdings die Zugänge vom öffentlichen Garagenbereich zum Wohnhaus.
Auch ein Fluchtweg wurde entsprechend verkleidet, damit er nicht länger als Zugang ins Gebäude genutzt werden kann. Das Hochhaus, auch als Zylaturm bekannt, soll damit wieder den Bewohnern vorbehalten bleiben.
"Das wird ein Game-Changer für dieses Haus", zeigt sich SPÖ-Klubobmann Vincent Pultar laut dem ORF überzeugt. Die Gitter wurden im Auftrag der Hausverwaltung errichtet. Die Stadt Salzburg unterstützt die Maßnahme mit 15.000 Euro. Der Bürgermeister könne diesen Betrag ohne bürokratischen Aufwand und zusätzliche Beschlüsse freigeben, erklärt Pultar.
Doch nicht alle halten die baulichen Maßnahmen für ausreichend. FPÖ-Klubobmann Paul Dürnberger sieht darin zwar einen Schritt in die richtige Richtung, fordert aber weitere Konsequenzen.
"Es ist ein riesiges Wohnhaus, da kann man sich leicht Zugang verschaffen über die reguläre Haustür", warnt Dürnberger. Die Verantwortlichen müssten die Drogenszene ins Visier nehmen und diese tatsächlich austrocknen. "Nur das wird das Problem dauerhaft lösen."
Zudem gebe es bereits erste Anzeichen dafür, dass sich die Szene an andere Orte verlagere. "Wir haben jetzt schon die ersten Verlagerungseffekte bemerkt, uns sind Bilder zugespielt worden, zum Beispiel vom Lichthaus, dass dort jetzt auch versucht wird, sich breit zu machen. Der Sicherheitsdienst ist schon alarmiert", sagt Dürnberger.
Für ihn sei das Problem rund um das Hochhaus jahrelang vernachlässigt worden. "Es hat jahrelang geheißen, man kann hier nichts machen. Wie man sieht, geht es offensichtlich doch, wenn man wirklich will. Das Gitter war zum Beispiel möglich", so der FPÖ-Politiker. Nun müsse geprüft werden, ob weitere bauliche Veränderungen an anderen Orten möglich seien, um Drogennester zu verhindern.
Ob die neuen Metallgitter tatsächlich Wirkung zeigen, wird sich erst in den kommenden Monaten herausstellen. Die Bewohner berichten, dass sich die Zustände in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert hätten. Die Situation sei mittlerweile nicht mehr erträglich.
Für Pultar ist deshalb auch das Signal an die Bewohner entscheidend. "Hey, wir schauen nicht weg, wir schauen hin und wir tun was, damit ihr euch wieder sicher fühlt."