Prozess in Korneuburg

Dutzende Kilo Speed vertickt – 14 Jahre Haft für Dealer

Ein 29-Jähriger soll Drogen im großen Stil verkauft haben – das Gericht verhängt 14 Jahre Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Niederösterreich Heute
26.04.2026, 06:00
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Ein 29-jähriger Mann aus dem Mostviertel ist am Landesgericht St. Pölten zu 14 Jahren Haft verurteilt worden (nicht rechtskräftig). Der Mann soll über Jahre hinweg große Mengen an Drogen verkauft haben.

Laut Anklage soll der bereits mehrfach vorbestrafte Vater eines Kindes zwischen 2021 und 2025 insgesamt rund 79 Kilogramm Amphetamine in Umlauf gebracht haben. Gegen das Urteil wurde bereits Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt, es ist daher noch nicht rechtskräftig.

Festgenommen wurde der Mann im August des Vorjahres. Die Polizei stürmte ein Haus im Bezirk Amstetten und stellte dabei zahlreiche Drogenutensilien sicher. Neben Cannabis wurden auch Amphetamine („Speed“) und Methamphetamine („Crystal Meth“) gefunden.

Im Drogenmilieu aktiv

Den entscheidenden Hinweis lieferte die ehemalige Lebensgefährtin des Beschuldigten. Sie hatte ihn wegen Nötigung angezeigt. Das Paar hat laut "NÖN" auch ein gemeinsames Kind.

Die Ermittlungen zeichneten ein deutlich größeres Bild: Demnach soll der Mann bereits seit Jahren im Drogenmilieu aktiv gewesen sein. Insgesamt könnten laut Auswertung von Chatverläufen sogar bis zu 100 Kilogramm Amphetamine verkauft worden sein.

Gewinn soll halbe Mio. Euro ausmachen

Der mutmaßliche Gewinn aus den Geschäften: rund eine halbe Million Euro. Gefunden wurden allerdings nur geringe Vermögenswerte – konkret 955 Euro Bargeld und ein halber Bitcoin im damaligen Wert von rund 50.000 Euro.

Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte laut "NÖN" nicht geständig. Er gab zwar zu, schwer drogenabhängig zu sein, bestritt jedoch den großangelegten Handel. Lediglich kleinere Mengen habe er an Bekannte verkauft.

Drogen per Post verschickt

Brisant: Laut Staatsanwaltschaft sollen die Drogen vielfach per Post verschickt worden sein. Deshalb konnten trotz belastender Chatnachrichten nur wenige Abnehmer ausgeforscht werden.

Die Verteidigung zweifelte diese Darstellung an. Es sei kaum vorstellbar, dass solche Sendungen bei Kontrollen unentdeckt geblieben wären, argumentierte die Anwältin.

Das Gericht folgte letztlich großteils der Anklage, reduzierte jedoch die Menge auf rund 80 Kilogramm und verkürzte den Tatzeitraum. Neben der Haftstrafe muss der Mann auch knapp 19.000 Euro zahlen.

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