Zweifel an Epstein-Suizid

"Eher Strangulation" – Star-Mediziner lässt aufhorchen

Jeffrey Epsteins Tod gibt weiterhin Rätsel auf. Sieben Jahre nach dem mysteriösen Ableben sorgt ein prominenter US-Gerichtsmediziner für Wirbel.
Newsdesk Heute
13.02.2026, 16:20
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Dr. Michael Baden, ein bekannter Pathologe, war 2019 bei der Obduktion als Beobachter im Auftrag von Epsteins Familie dabei. Wie 20 Minuten berichtet, fordert er nun eine neue Untersuchung der Todesursache. Seine Einschätzung ist klar: Die Verletzungen würden "eher für Strangulation als für Erhängen" sprechen.

Drei Brüche am Hals werfen Fragen auf

Laut dem offiziellen Bericht des New Yorker gerichtsmedizinischen Dienstes von 2019 soll sich Epstein in seiner Zelle erhängt haben. Die damalige Chefgerichtsmedizinerin Barbara Sampson stufte den Tod als Selbstmord ein – sie war allerdings laut Baden bei der Obduktion gar nicht vor Ort.

Besonders brisant: Im Obduktionsbericht werden drei Brüche im Halsbereich erwähnt – einer am Zungenbein und zwei weitere am Schildknorpel. Baden betont: In 50 Jahren Berufserfahrung habe er "noch nie" einen Suizid durch Erhängen mit drei solchen Brüchen gesehen. Auch in Fachbüchern tauche so ein Fall nicht auf. Schon ein einzelner Bruch sollte abgeklärt werden, zwei fordern laut Baden zwingend eine umfassende Untersuchung. Sampson sieht das anders: Solche Brüche könnten sowohl bei Suiziden als auch bei Tötungsdelikten vorkommen, sagt sie.

Rätselhafte Minute und auffälliger Blitz

Neu veröffentlichte Regierungsakten bringen zusätzliche Unruhe in den Fall. Überwachungsvideos aus der Todesnacht zeigen eine mysteriöse, fehlende Minute. Das schürt Spekulationen, dass jemand unbemerkt in Epsteins Zelle gelangt sein könnte. Zudem ist auf einer Aufnahme ein orangefarbener "Blitz" im Stiegenhaus zu sehen. Laut Dokumenten waren sich die Behörden nicht einig, ob es sich dabei um einen Häftling gehandelt hat.

Zwei Kameras in der Nähe funktionierten offenbar nicht oder nahmen nichts auf. Die Wärter kontrollierten Epstein stundenlang nicht – obwohl sie eigentlich alle 30 Minuten hätten nachschauen müssen.

Suizidgedanken? Hol dir Hilfe, es gibt sie
In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen - außer, Suizide oder Suizidversuche erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn du unter Selbstmord-Gedanken, oder Depressionen leidest, dann kontaktiere die Telefonseelsorge unter der Nummer 142, täglich 0-24 Uhr.
TelefonSeelsorge – Notruf 142
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595

Unklare Angaben im Bericht

Eine geschwärzte Version des Autopsieberichts wurde erst im Dezember veröffentlicht. Darin war die "Art des Todes" zuerst als "offen" eingetragen. Die Felder für Suizid oder Mord waren nicht angekreuzt.

Fünf Tage nach Ausstellung der Todesurkunde wurde laut Baden die Einstufung von Sampson auf Suizid geändert. Hinweise auf weitere Untersuchungen habe er seither nicht gesehen – und das, obwohl die Faktenlage seiner Meinung nach alles andere als eindeutig war.

Auch ein Fehler beim Datum einer Stellungnahme der Staatsanwaltschaft sorgt für Kopfschütteln: Das Schreiben war auf den Tag vor Epsteins Tod datiert. Das Justizministerium sprach von einem "unglücklichen Tippfehler".

Spuren am Hals passen nicht zur Schlinge

Laut offiziellem Bericht wurde eine orangefarbene Bettlaken-Schlinge sichergestellt. Diese wurde später als nicht todesursächlich eingestuft. Baden sagt, die Strangulationsspuren am Hals hätten nicht zu dem Material gepasst. Woher das Foto der Schlinge stammt, das das Justizministerium veröffentlichte, bleibt unklar.

Baden kritisiert außerdem das Vorgehen am Tatort: Der Leichnam wurde bewegt und in die Krankenstation gebracht – ein "höchst ungewöhnliches" Vorgehen, meint der Pathologe. Auch hätten sich Aufseher geweigert zu sagen, wie der Tote gefunden wurde.

Das Wichtigste für Baden: Die genaue Todeszeit von Epstein ist "verloren" gegangen. Solche Beweise hätten seiner Meinung nach eindeutig helfen können, die Todesumstände zu klären. Er fordert eine neue Untersuchung, weil der Fall ursprünglich nur unzureichend abgeklärt wurde.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 13.02.2026, 16:35, 13.02.2026, 16:20
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