Im weltberühmten Louvre sorgt der nächste Skandal für Aufsehen. Die französische Justiz ermittelt wegen des Verdachts auf groß angelegten Ticketbetrug. Der Schaden soll sich auf rund zehn Millionen Euro belaufen.
Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend in Paris mitteilte, wurden neun Verdächtige festgenommen. Unter ihnen befinden sich zwei Mitarbeiter des Museums sowie mehrere Touristenführer.
Über Jahre hinweg sollen täglich bis zu 20 Reisegruppen mit bereits benutzten Eintrittskarten in das Museum gebracht worden sein. Laut Staatsanwaltschaft hätten manche Gruppenleiter Bargeld an Museumsmitarbeiter gezahlt, um Kontrollen zu umgehen. Andere wiederum hätten ihre Gruppen aufgeteilt, um höhere Eintrittspreise für offizielle Gruppen zu vermeiden.
Ein erster Verdacht war Ende 2024 aufgekommen. Damals meldete der Louvre Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit zwei chinesischen Reisegruppenleitern, die dieselben Tickets mehrfach verwendet haben sollen.
Im Zuge der Ermittlungen zeigte sich, dass offenbar auch weitere Touristenführer nach diesem Muster vorgingen. Seit Juni des vergangenen Jahres wird unter anderem wegen Betrugs, Bestechung, Geldwäsche und gefälschter Dokumente ermittelt.
Am Dienstag klickten schließlich für neun Personen die Handschellen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden zudem rund 1,4 Millionen Euro sichergestellt. Es besteht der Verdacht, dass Teile der mutmaßlichen Einnahmen in Immobilien in Frankreich und Dubai investiert wurden.
Ein Museums-Sprecher sprach von einem "Netzwerk, das Betrug in großem Stil organisiert hat". Laut Staatsanwaltschaft ist auch das Schloss von Versailles von dem Ticketbetrug betroffen.
Für Louvre-Direktorin Laurence Des Cars dürfte der Fall zusätzlichen Druck bedeuten. Sie sieht sich seit Monaten mit Kritik und Rücktrittsforderungen konfrontiert. Bereits 2025 hatte das Museum mehrere Negativschlagzeilen produziert: Im Oktober stahlen vier Männer einen Teil der französischen Kronjuwelen, die bis heute nicht wieder aufgetaucht sind.
Zudem wurde ein größerer Wasserschaden bekannt, bei dem 400 historische Dokumente beschädigt wurden. In den vergangenen Monaten kam es außerdem mehrfach zu Streiks. Gewerkschaften verlangen unter anderem mehr Sicherheitspersonal und dringend notwendige Renovierungen.